Bewusstseinswandel im Coaching

Als ich im Herbst 2014 (boah, ist das echt schon so lange her!!) mit meiner Coaching-Ausbildung begann, wusste ich in keinster Weise, was mich erwarten würde. Es war mit über 10.000€ Invest eine recht teure Ausbildung, deswegen zögerte ich anfangs. Aber die Stimme in mir, die rief  „Tue es einfach, das ist genau deins“, die war stärker. Also tat ich es und setze damit den Grundstein für das, was ich heute tun darf.

Von der ersten Minute „Coaching üben“ wusste ich, dass die Stimme Recht gehabt hatte. Es war (und ist) genau das, worin ich aufgehe. Mit der Zeit stand also fest, dass ich versuchen würde, in diesem Beruf (der mehr Berufung war) Fuß zu fassen. Im Frühjahr 2016 war es dann soweit: Ich ging die ersten Schritte und meldete meine Selbständigkeit als Coach im Side-Business an. So weit, so gut. Aber was dann folgte … :-D

Der Irrglaube

Mein Verständnis von Coaching entsprach zu diesem Zeitpunkt vereinfacht ausgedrückt der folgenden Grundidee:

Ich habe eine Coaching-Ausbildung. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Also werde ich jetzt Coach und helfe mit den gelernten Methoden Menschen dabei, ein glücklicheres Leben zu führen.

Heute schmunzele ich darüber. Und ich weiß, dass es sehr vielen Menschen, die noch irgendwo im Prozess stecken, ganz genauso geht wie mir damals. Ich sehe diese Art von „Coaches“ an jeder Ecke da draußen.

Tatsächlich lag ich mit meinem Verständnis jedoch total daneben. Denn Coach sein ist viel, viel mehr als das.

Was Coaching und Mentoring auf einer anderen Ebene wirklich ist

Wenn du Menschen auf ihrem Weg begleitest, passiert verkürzt ausgedrückt Folgendes:

Zwei Menschen treffen aufeinander. Ziel ist es, das Thema von Mensch 1 idealerweise aufzulösen oder zumindest einen riesen Schritt voranzubringen. Dabei ist Mensch 2 aufgefordert, die passenden Tools und Werkzeuge so aneinander zu reihen, dass Mensch 1 bestmöglich in seinem Prozess begleitet und bei der Erreichung seines Ziels unterstützt wird. 

Wie sich Mensch 2 nennt, ob Coach, Mentor*in, Lichtarbeiter*in, Heiler*in oder etwas anderes, ist unerheblich. Genauso wie Mensch 2 den Mensch 1 nennt – ob Coachee, Klient*in, Kund*in, Soulmate oder eine Abwandlung davon.

Was entsteht ist eine Art Verabredung (von der man auf Seelenebene durchaus sprechen könnte) im gegenseitigen Wachsen. Dabei gibt es einmal die Ebene von Mensch 1, um den es ja hier im Kern geht.

Mensch 2 hingegen lernt und wächst auch immer, auch wenn das nicht im Fokus der gegenseitigen Beziehung steht. Beide Menschen haben ihre eigenen Prozesse. Nicht nur Mensch 1. Das ist ganz wichtig und genau dieser Punkt wird sehr häufig übersehen bzw. es wird ihm keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Was bei der Begleitung von Menschen passiert

Nun ist es so, dass Mensch 1 auf der einen Seite unbedingt sein Ziel erreichen will und deswegen auch bereit ist, Mensch 2 zu beauftragen, ihm dabei zu helfen. Denn das Ziel ist ihm wichtig, und Mensch 1 spürt (meint zu glauben), dass er*sie es nicht alleine schafft.

Typische Ziele von meinen Menschen 1 sind zum Beispiel:

  • Die wahre Aufgabe im Leben herausfinden („Bestimmung“)
  • Diese Aufgabe in eine geeignete, äußere Form („Business“) kippen
  • Menschen auf eine leichte Art und Weise erreichen („Marketing“)
  • Von diesen Menschen gebucht/beauftragt werden („Sales“)
  • In seinem Wirken glücklich sein („Erfüllung und Leichtigkeit im Business“)
  • Diese Fülle ausstrahlen und vom Leben Fülle zurück erhalten („Viel Geld verdienen“)

Alle diese Ziele finden im Außen statt. Es handelt sich dabei um die äußere Entsprechung eines inneren Wunsches nach Entfaltung und Wachstum tief verankert in Mensch 1.

Das führt dazu, dass jedes Ziel im Außen von mehreren Seiten „bearbeitet“ werden kann. Wenn du also z. B. die o. g. Ziele erreichen willst, kannst du zu verschiedenen Menschen („Mensch 2“) gehen. Du kannst jedes Ziel stärker von der inneren wie von der äußeren Sicht angehen. Ein Marketingberater wird dich vermutlich stärker die äußere Form lehren als ein Mindset Coach. Dein Business-Thema wirst du von einem Positionierungsprofi auf eine andere Art und Weise „ermittelt“ bekommen als von einem spirituellen Mentor/einer Mentorin.

Das alles sind aber nur Tendenzen. Denn – wir erinnern uns – die Bezeichnung von Mensch 2 ist maximal eine Idee davon, was dieser Mensch wirklich mit dir macht.

Die eine Sache, die den Unterschied macht

Und es gibt nun genau eine Sache, die den einen von dem anderen unterscheidet. Und das ist Bewusstsein. (Was das ist, dazu könnte ich jetzt Bücher schreiben. Aber ich versuche es mal kurz.)

Bewusstsein bedeutet in meinem Verständnis, dass du dein eigenes, wahres Sein erkennst und lebst.

  • Der Zustand, in dem du in der völligen Liebe bist
  • Die Anbindung an deine Essenz, deine Seele und dein Herz
  • Die tiefe Verbundenheit an ein Kollektiv aus Menschen, der Natur und allen Lebewesen
  • Das Gespür für deinen Seelenruf und deine Wachstumsaufgaben

Bewusstsein ist auch, zu erkennen, wann diese Dinge in dir „gestört“ werden.

  • Durch Stress, Druck oder Anspannung
  • Durch das Auftreten von Ängsten
  • Durch zu viel Ehrgeiz, z. B. bei sehr im Außen verankerten Zielen (höher, schneller, weiter)
  • Durch zu wenig Raum für dich selbst, Zeit mit dir allein
  • Durch zu viel Planen und Kontrolle
  • Durch zu viel im Kopf sein

Störungen des Bewusstseins führen dazu, dass ein Teil von dir die Oberhand übernimmt, der im Kern nicht deinem wahren Selbst entspricht. Unser wahres Selbst ist der Teil in uns, der frei, sicher und voller Liebe durchs Leben geht. Der sich aus dem Herzen leiten lässt.

Bewusstes persönliches und spirituelles Wachstum bedeutet daher, in dir immer sicherer zu erkennen, wann welcher Teil gerade spricht und nach Aufmerksamkeit verlangt. Wenn du dich damit neu beschäftigst, mag das alles noch unklar auf dich wirken.

Du erkennst oft die Stimme deiner Seele nicht und verwechselst sie mit der deines Egos. Im Laufe der Zeit wirst du – wenn du dir dafür Raum nimmst – immer klarer und sicherer sein.

Bewusstsein in der Arbeit mit Menschen stärken

In der Begleitung von Menschen ist nach meiner Überzeugung eine wesentlich Fähigkeit, das eigene Bewusstsein zu stärken und zu erweitern. Das braucht als allererstes die Entscheidung, dass das überhaupt nötig und sinnvoll ist. Alleine dieser Punkt geht oft über das hinaus, was in einer klassischen Coaching-Ausbildung gelehrt wird. Dabei lernt man nämlich Methoden und Tools, kein Bewusstsein.

Bewusstsein im Coaching-Prozess (und damit eine neue, bewusste Form der Begleitung) bedeutet

  • den Prozess von Mensch 1 genauso wie den eigenen Prozess (als Mensch 2) zu ERKENNEN
  • den Prozess von Mensch 1 vom eigenen Prozess (als Mensch 2) zu TRENNEN
  • den Prozess von Mensch 1 mit dem eigenen Prozess (als Mensch 2) zu VEREINIGEN

Das mag jetzt irgendwie seltsam klingen. Trennen und Vereinigen? Beides? Der Versuch einer Erklärung.

Was bedeutet Bewusstsein im Prozess?

Menschen sind also unterschiedlich bewusst. Eines der Kernthemen in der Zusammenarbeit mit Menschen besteht also darin, dass diese Menschen in unterschiedlichen Bewusstseins- und Entwicklungsständen aufeinander treffen und dass es themenbezogen zu Abweichungen kommt.

Beispiel 1:

Ein bewusster Coach bucht einen unbewussten Marketingberater, um seinem Business einen kräftigen Schubs nach vorne zu geben. 

Das klappt oft nicht, weil die Methoden des Marketingberaters zu sehr im Außen verankert sind (Strategien, „so macht man das aber“ oder „jetzt tue das doch einfach“) und der Coach damit in seinem eigenen Bewusstseinswandel stark gefordert wird, was sich darin äußert, dass er*sie sich damit total unwohl/heftigst getriggert fühlt.

Klappen tut es dann, wenn der bewusste Coach schon so bewusst ist, dass er die Mechanismen im Miteinander für sich erkennen kann und die „Unbewusstheit“ des Marketingberaters ausblendet, um das für sich Sinnvolle („ich will einfach nur ein paar coole Strategien lernen“) rauszuziehen.

 

Beispiel 2:

Ein noch unbewusster Coach bucht einen bewussten, spirituellen Mentor, um den offenen Fragen und dem Ruf in sich nachzugehen.

Interessant ist hier, dass Ziele der Zusammenarbeit sich abweichend zu den „klassischen“ Zielen gestalten. Wo in der Kommunikation oft die Ziele im Außen vorrangig sind (endlich eine glückliche Partnerschaft, mehr Kunden im Business oder mehr Geld), so greifen hier schon Beschreibungen, die eher auf die Prozessarbeit und das steigende Bewusstsein abzielen (mehr Erfüllung in dir und DAMIT mehr Kunden und Geld im Business).

Der eher noch unbewusste Coach hat in sich bereits vorher erkannt, dass die alten Wege nicht mehr passen und ist damit affin für eine neue Beschreibung. Es ist außerdem bereits erkannt, dass unser Außen immer eine Manifestation unseres inneren Zustands ist, so dass auch „innere Ziele“ (Ablösung von Mustern und Konditionierungen, mehr Liebe statt Angst in dir, raus aus dem Ego) ansprechend sind.

 

Beispiel 3:

Ein bewusster Coach bucht einen bewussten Coach.

Diese Mechanismen ist auch oft in abgebrochenen Coachings und Aus- oder Weiterbildungen zu erkennen. Entweder der Coach wird so stark in seinem Prozess angestupst, dass er die Trigger nicht aushält und anfängt, seine Themen auf den Berater/Mentor/Coach whatever zu projizieren. Oder der Coach erkennt die wahre Aufgabe hinter dem Coaching oder der Ausbildung und hört mit der Begleitung auf, weil das Ziel erreicht wurde. Das Ziel ist übrigens sehr häufig nicht das, was Thema der Weiterbildung war bzw. das, was vereinbart wurde, sondern im Bewusstseinsprozess etwas ganz anderes.

 

 

Diese Beispiele dienen der Veranschaulichung. Keineswegs möchte ich Schubladen aufmachen oder das entsprechende Denken bedienen. Mir ist nur wichtig, dass Tendenzen bewusst gemacht werden, damit du – in deiner Aufgabe als Mensch 1 und/oder 2 – dies für dich erkennen kannst.

Wie du einen eher unbewussten Mentor erkennst

Klassische Themen eines eher unbewussten Mentors sind:

  • Aussagen wie „Alle meine Kunden sind zufrieden“: Das zeigt, dass stark an äußeren Zielen gearbeitet wird und die Arbeit selbst wenig tief geht. Tiefe erzeugt immer „Reibereien“ und damit auch mal „vermeintlich unzufriedene“ Kunden. Diese Menschen können noch nicht erkennen, was die Seelenverabredung ist.
  • Manifestieren wird als Methode angepriesen: Das zeigt, dass das Grundverständnis in der Tiefe noch nicht da ist. Wer universelle Gesetze (Law Of Attraction & Co.) braucht, um agieren zu können, ist noch nicht bei sich SELBST angekommen. Alle äußeren Formate, auch wenn sie noch so spirituell und bewusst wirken, sind eine Hülle. Wahres Bewusstsein entsteht in dir und braucht keine Methoden. Auf dem Weg können diese Tools aber manchmal hilfreich sein.
  • Der Fokus wird extrem stark auf äußere Ziele (meistens Geld) gelegt: Das zeigt, dass noch Ego im Spiel ist und Angaben wie Umsatzhöhe als entscheidend – sowohl für sich selbst als Mensch 2 als auch für Mensch 1 – wahrgenommen werden. Ich kenne das Thema selbst auch. Denn in der Begleitung von Selbständigen und Unternehmern bin ich ständig mit Geld konfrontiert. Auf der einen Seite verspüre ich einen Ruf mitzuteilen, dass es mir a) gelingt, von meinem Beruf zu leben und b) dass es mir auch gelingt, dieses Wissen an meine Menschen 1 weiterzugeben.Dies liegt auch daran, dass ich sowohl mit Menschen arbeite, die „noch eher unbewusst sind, aber den Ruf in sich schon hören“. Diese sind noch eher affin für Umsatzzahlen. Ich arbeite aber auch mit bewussten Menschen, die die Umsatzzahl im Marketing nicht mehr brauchen. Mein Weg dabei ist, wenn es passt, es mitzuteilen. Gleichzeitig gehe ich damit aber auch nicht hausieren, sondern lege den Fokus auf die innere Arbeit.
  • Ansage, dass man immer einen bezahlten Coach haben sollte. Die Aussage, dass jeder Coach immer auch einen Coach hat, habe ich selbst mal getroffen. Diese fühle ich heute so nicht mehr, zumindest nicht vor dem Hintergrund der Bezahlung, denn letztendlich geht es um die Bewusstseinsentwicklung und die kann so oder so laufen, wenn man einmal entschieden hat, dass man diesen Weg geht.

 

Durch diese Beispiele dürfte dir schnell bewusst werden, dass da draußen jede Menge unbewusste Coaches herum laufen. Ich gebe gerne zu, dass ich auch eine davon gewesen bin. Das liegt in der Natur der Sache.

Was ein bewusster Coach tut

Er*sie

  • kennt den Grad bzw. die Tiefe seines eigenen Bewusstseins und weiß, dass er Menschen nur bis genau dahin begleiten kann
  • hält den Raum für die Prozesse des Kundens
  • lässt sich seine eigenen Themen in der Zusammenarbeit mit dem Kunden aufzeigen
  • ist sehr achtsam und hält diese Themen so gut wie möglichst aus dem Miteinander raus
  • führt seine eigenen Prozesse selbst und eigenständig fort
  • hat immer Menschen um sich, die ihn in seinen Prozessen begleiten
  • ermächtigt ganz bewusst Menschen, in ihre Größe zu kommen
  • weiß, dass er von Menschen gefunden wird, wenn die Zeit reif ist („Seelenverabredung“)
  • formuliert seine Angebote so, dass Ziele wirklich erreicht werden können

Zum letzten Punkt erlebe ich in der Praxis häufig, dass Mensch 2 seine Angebote kleiner hält als er sich diese im Herzen wirklich wünscht. Mensch 2 spürt ganz genau, dass es etwas RIESIGES braucht, um Mensch 1 wirklich zu helfen. Aus Angst vor der eigenen Größe (Das bucht keiner! Das ist viel zu teuer!) wird das eigene Angebot dann kleiner geschnitzt.

Die Bedeutung von Schwierigkeiten im Miteinander

Die Schwierigkeiten zeigen sich zum Beispiel durch:

  • Reibereien
  • Trigger
  • Projektion
  • Ego vs. Liebe

Im Kern steckt dahinter: Wahre Größe, die aus einem bewussten Selbst entsteht, braucht starkes Wachstum. Denn wir sind – fast schon ohne Ende – mit enghaltenden Mustern, Konditionierungen und limitierenden Glaubenssätzen überladen. Starker Change im Inneren führt also dazu, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.

Dies wird zu Entscheidungen und damit im Außen zu Konsequenzen führen. Dass du als Mensch 2 mit deinem Sein und Wirken Mensch 1 triggerst, ist also unumgänglich und besonders wertvoll für die Zusammenarbeit.

Umgang mit Problemen in der bewussten Zusammenarbeit

Hier erleben wir übrigens auch einen interessanten Punkt in Bezug auf äußere und innere Verabredungen. Wenn du mitten in einem Coaching oder in einem Seminar feststellst, dass dein persönliches Ziel erreicht wurde, was machst Du dann? Wenn du bewusst mit dir bist, dann gehst du in Liebe. In Liebe für dich. Und in Liebe für deinen Coach oder Mentor. Denn das Ziel ist erreicht und es braucht kein Miteinander mehr.

Aber was passiert mit der Vereinbarung, die ihr geschlossen habt? An die Commitments von beiden Seiten, wie z. B. die versprochene Begleitung, Trainingsinhalte von Seiten des Mensch 2 geknüpft sind, genauso wie dein finanzielles Investment als Mensch 1?

Im Grunde ist es ganz einfach.

Solange Mensch 1 oder Mensch 2 noch in irgendeiner Form „Ladung“ auf dem Miteinander haben, ist das Miteinander nicht vorbei.

  • Ladung von Mensch 1 könnte z. B. sein, dass er der Meinung ist, dass er aus einem Vertrag entlassen werden will und Geld zurück haben oder nicht mehr zahlen will. Damit nimmt er sein Thema und versucht es zum Thema des anderen (Mensch 2) zu machen.
  • Oder weil Mensch 2 pikiert ist, dass seine tolle Leistung nicht mehr gewollt ist. Denn damit zeigt er, dass er im Herzen nicht mit sich im Reinen ist und sein Sein von der Bestätigung des anderen abhängig macht.

Solange ist das Miteinander also noch nicht vorbei. Natürlich kann man das trotzdem behaupten, aber die Themen würden jeweils einzeln bei den beiden in anderen Settings wieder auftauchen. Daher ist es sinnvoll, an dieser Stelle den Versuch zu unternehmen, weiterzumachen.

Hier ist es wichtig, dass Mensch 2 (der in der Regel ja „weiter“ ist) erkennt, wer von beiden was an Themen mit sich herum schleppt und Mensch 1 so lange im Prozess hält, wie Mensch 1 noch Ladung durch Ego, fehlende Wachstumsbereitschaft etc. im Miteinander erzeugt.

Es ist ebenso wichtig, dass Mensch 2 eventuelle eigene Themen erkennt und separat des Miteinanders dieses Thema klärt und löst. In dem Moment, in dem Mensch 2 versucht, Mensch 1 unbewusst für die Klärung seiner Themen zu missbrauchen, ist das Verhältnis gestört.

Nach meinem Empfinden sollte das Miteinander dann aufgelöst werden – auch in dem Wissen, dass die Themen an anderer Stelle mit anderen Protagonisten wieder auftauchen werden.

Ein Beenden in Liebe muss nicht heißen, mit möglichst viel Liebe, blumigen Worten und Dankesschwüren um sich zu schmeißen. Wenn etwas „drüber“ wirkt, kommt es meistens aus dem Ego. Dein wahres Selbst braucht keine dicken Worte oder Tam Tam. Sie ist ruhig, gelassen und sicher. Ein Beenden in Liebe kann dann passieren, wenn beide Seiten komplett „ladungsfrei“ sind.

Fazit

Wichtig zu sagen ist: Mehr oder weniger Bewusstsein ist nicht besser oder schlechter. Es „ist“ einfach. Ich selbst habe auch – genauso wie alle anderen Menschen – meine blinde Flecken bzw. unbewusste Stellen. Ich habe auch Themen, wo ich noch mal eine kleine Ehrenrunde drehe, weil sich mein liebes Ego durchschlawinert hat. Gleichzeitig habe ich auch Themen, wo ich bewusst spüren kann, wie tief bzw. weit ich hier schon gekommen bin. Ohne einschätzen zu können, ob es noch weiter geht oder nicht.

Und obwohl dieser Artikel auf der bewussten Prozessbegleitung von vielen Jahren basiert und ich sehr reflektiert exakt diese Themen beleuchte (denn das Leben hat mir einige davon geschenkt), heißt das eben nicht, dass nicht hier auch noch bewusstes Wachstum für mich drin steckt :-)

Dass ich diesen Artikel überhaupt so schreiben kann, liegt daran, dass ich all dies selbst erlebt, beobachtet, wahrgenommen oder mit Kollegen intensiv besprochen habe. Diesen Artikel könnte ich noch ewig so weiterführen, denn das Thema ist wundervoll groß und irre spannend. Und gleichzeitig schließe ich ihn jetzt einfach ab, damit er online gestellt werden kann :-)

 

Photo by Mathias Elle on Unsplash

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