Portaltage

Dies ist der dritte Teil der Artikelserie zu Portaltagen. Artikel 1 zum Thema „Portaltage: Was ist das eigentlich & wie kam ich dazu“ findest Du hier. Artikel 2 zum Thema „Portaltage: Wie Du die Energien für Dich und Deine Entwicklung nutzt“ findest Du hier

Nachdem ich in meinem ersten „Portaltags-Jahr“ das eine oder andere Mal heftigst mit mir und meinen inneren Prozessen zu tun hatte, merkte ich schnell: Insbesondere in meiner Aufgabe als Coach war es absolut unerlässlich bestmöglich durch die Portaltage zu kommen – wenn ich meine Kunden weiterhin auf dem hohen Level betreuen wollte, wie sie es von mir gewohnt waren.

Was ich auf keinen Fall wollte:

  • Mehr als nötig Kundentermine absagen oder verschieben müssen
  • Für meine Kunden nicht auf den Punkt da sein (weil mit mir beschäftigt)
  • Das Risiko von Projektionen erhöhen (weil ich meine eigenen Themen nicht im Griff habe und sie dann auf meine Kunden projiziere)

Ich wollte aber auch nicht:

  • Mich an Portaltagen durch meinen Tag „durchkämpfen“ müssen
  • Womöglich Angst vor meinem aus Liebe gewählten Beruf entwickeln

Ich gebe zu: Kurz dachte ich, dass ich mir Portaltage einfach in den Kalender eintrage – als Merker, an diesem Tag mir bloß nichts vorzunehmen ;-) Aber das war natürlich Quatsch. Mir wurde letztendlich schnell klar, dass ich bewusste und stimmige Strategien für mich entwickeln durfte, um gut durch diese Tage zu kommen. Neben den persönlichen Tipps brauchte ich etwas, was in meinem Business funktioniert.

Denn: Der eine oder andere Portaltag brachte im eigenen Business schon die ein oder andere Herausforderung mit sich. Ich erlebte zum Beispiel mehrfach totale Müdigkeit, so dass ich – insbesondere lange Coaching-Sessions oder wenn ich sehr viele an einem Tag hatte – diese nicht mehr hellwach durchführen konnte. Einmal bekam ich auch 10 Minuten vor der Session einen totalen Heulflash. Ich war eigentlich dabei, mich zu schminken (etwas schwierig, wenn die Tränchen laufen). In dem Moment war ich kurz überfordert: Wie sollte ich damit nur umgehen? Konnte ich der Kundin zumuten, so kurzfristig abzusagen?

Warum sind Portaltage im eigenen Business oft so fordernd?

Im eigenen Business sind wir nun mal selbst „der Chef/die Chefin“. Eine Wegdrück-Haltung, wie „die anderen machen das schon“ oder „dann bin ich halt mal krank“ – wie häufig in der Festanstellung zu sehen –  funktioniert hier nicht.

Stattdessen haben wir oft folgende Ausgangslage: 

  • Der normale Geschäftsbetrieb geht weiter.
  • Es stehen Kundentermine an und Du darfst „funktionieren“
  • Es gibt vielleicht Deadlines oder Menschen, die was von Dir wollen.
  • Du hast Dir selbst Ziele gesetzt und magst sie ungerne (nochmals) verschieben.
  • Wenn Du mit Menschen arbeitest, spürst Du ihre Energie bzw. nimmst ihre Sorgen mit auf.
  • Du hast das Gefühl, nicht vollständig „da“ zu sein und bist sehr mit Dir beschäftigt.
  • Schlechter Schlaf und wirre Gedanken machen Dir zu schaffen und stören (vermeintlich) Dein Business.
  • Deine Kunden und Kooperationspartner reagieren ungewohnt, z. B. zickiger oder fordernder, als sonst.

Insbesondere wenn Du als Coach (oder ähnlich) arbeitest und sehr spürig (wie z. B. hochsensibel) bist, können Portaltage krass sein.

Wie ich zu meiner Portaltags-Strategie kam

Da ich den festen Wunsch verspürte, an Portaltagen halbwegs „normal“ mein Business zu führen, entwickelte ich mit der Zeit meine persönliche Strategie.

Denn das Ding ist: Portaltage sind immer dann besonders heftig, wenn sich uns wirklich ein Thema zeigen will, wir dieses aber nicht erkennen können/wollen.

Das bedeutet:

  • Je heftiger Du im Gefühlschaos bist, desto eher darfst Du bei Dir graben, was sich Dir zeigt.
  • Je schlimmer sich diese Phasen anfühlen, desto weniger hast Du vorher „Deine Hausaufgaben“ gemacht.

Im Umkehrschluss heißt das auch:

  • Je leichter diese Phasen für Dich sind, desto eher hast Du Deine Schatten gesehen und integriert.
  • Je mehr Klarheit und Energie sich schnell zeigen, desto richtiger bist Du.

Aber es meint auch: 

  • Egal, wie „aufgeräumt“ Dein Inneres ist – irgendwas ist ja immer, was wachsen will ;-) – und die generellen Erscheinungen, wie Müdigkeit etc. können wirklich immer auftreten.

Aus diesen Gründen wurde mir schnell klar, dass ich von zwei Seiten „rangehen“ durfte.

Die „Innen & Außen“-Strategie

Definitiv fühle ich, dass an Portaltagen (und sowieso immer) mein innerer Prozess führend ist. Denn ich will wachsen, und ich weiß, dass es meine persönliche Aufgabe ist, achtsam und bewusst zu erkennen, wie sich mir das Leben zeigt und was es für mich bedeutet.

Daraus folgt, dass ich ein „Gerüst“ an Steps für mich entwickelt habe, die zum Teil sogar täglich greifen (und an Portaltagen eben noch mal einmal mehr!).

Dazu gehören:

  • Ausgiebiges Journaling: Ich nehme mir – vor allem morgens – sehr viel Zeit, um zu journalen. Erfahrungsgemäß zeigt sich morgens bei mir immer meine persönliche Tagesenergie, die ich erkennen und bewusst nutzen will. Im Journaling achte ich darauf, möglichst sehr viel Zeit nach hinten zu haben, und wirklich engmaschig zu fühlen, was meine Seele mir sagen will.
  • Daily Yoga & Meditation: Was an einem „normalen“ Tag auch mal ausfällt, wenn es morgens eng wird (Journaling übrigens nie), ist an Portaltagen Standard. Wenn ich meditiere, besuche ich besonders häufig meinen Seelengarten, spreche mit dem Hüter meines Seelengartens und übergebe ggf. Dinge dem Feuer der Transformation. Diese Praxis habe ich aus dem Schamanismus, und ich liebe sie.
  • Mittagsschlaf & Ruhepausen: An Portaltagen ist mir Schlaf besonders wichtig und dazu gehört für mich ein Mittagsschläfchen (eher nachmittags) auf dem Sofa.
  • Viel Zeit für alles einplanen: Ich versuche viel Zeit z. B. zwischen den Terminen zu haben, damit ich auch mal etwas langsam sein kann.

Ganz klar im Business verankert:

  • Keine extrem wichtigen Business-Ziele: Ich vermeide Deadlines, lange (vor allem mehrtägige) Veranstaltungen, volle Terminkalender und viele Menschen an Portaltagen.
  • Wenig private Aktivitäten: Statt viel unterwegs zu sein, bin ich vor allem zu Hause. Wenn ich unterwegs bin, achte ich darauf, dass ich alles absagen kann, was ich mir evtl. vorgenommen habe, um wirklich flexibel zu sein.
  • Unbedingtes Einhalten von Maximal-Terminen, Maximal-Arbeitszeiten, Pausen & Ruhetagen: Ich liebe mein Business – und deswegen achte ich manchmal nicht auf die Zeit. An Portaltagen ist das anders. Hier bin ich eher „streng“, nehme z. B. maximal 2 – 3 Termine pro Tag an, achte auf einen früheren Feierabend, lasse ganze Nachmittage unverplant, damit ich mich auf dem Sofa ausruhen kann etc.
  • So viel wie möglich … Aufschreiben. Zur Sicherheit. Weil im Köpfchen oft einiges los ist. Und so wenig wie möglich versprechen/zusagen/einhalten wollen. Auch zur Sicherheit. Weil eben einiges los sein kann. Reduziert die Anzahl an Absagen/Entschuldigungen/Verschiebungen, die Du durchführen darfst.

In der Zusammenarbeit mit meinen Kunden bedeutet das:

Ich bin offen. Meine Kunden wissen von den Portaltagen, da ich davon berichte. Ich gehe auch selbst nahbar damit um, dass ich genauso Mensch bin wie alle anderen und deswegen auch meine eigenen Themen habe. Meine Kunden wissen, dass ich generell sehr verlässlich bin. Sie wissen, dass ich mich gerne mal etwas verspäte – dafür aber auch nie einfach mit einer Session aufhöre, egal, wie viele Minuten wir schon „drüber“ sind. Sie wissen auch, dass – wenn ich das Gefühl hätte – etwas absagen/verschieben zu müssen, dass es dann für das Gesamtgefüge im Universum sowieso so stimmiger bzw. besser ist.

Das Schlagwort hier ist TRANSPARENZ.

Daraus folgt, dass Portaltage selbstverständlich im Kalender stehen, damit ich mich und meine Business-Aktivitäten darauf einrichten kann.

Meine wichtigste Erkenntnis

Wenn der innere Prozess führend ist, dann könnte man ja schnell davon ausgehen, dass man an Portaltagen am besten gar nicht arbeitet, sondern sich 24/7 um sich selbst kümmert. Ich habe für mich festgestellt, dass mir das nicht gut tut.

Denn in meinem Inneren braucht es

  • auch mal etwas Ruhe bzw. Abstand – nicht tagelang nur journalen und meditieren
  • auch Kontakt mit Menschen – so häufig schickt uns das Leben die Antwort auf eine gestellte Frage in Form eines Kundenproblems vorbei
  • andere Ansätze zu denken und zu fühlen – die entwickele ich im Austausch und in der Verbindung mit anderen

Mein Leitsatz ist (gelernt von meinem Coach und als sehr wahr befunden):

Wenn ich im Service für andere bin, kann ich selbst nicht im Drama sein. 

Diese Erkenntnis machte es mir übrigens auch möglich, die Kundensession „mit Liebe durchzuziehen“, bei der ich kurz vorher noch aus tiefstem Herzen geheult hatte. Ich fokussierte mich einfach aus vollem Herzen auf meine Kundin, machte mir diesen Satz klar, ließ keinen Gedanken an mein eigenes Drama zu – und schwups, war ich zu 100 % bei der Frau. Und nach unserem Termin hatte ich mein eigenes Drama quasi vergessen.

Dabei wurde mir auch noch mal sehr bewusst, dass „dem inneren Prozess folgen“ eben nicht bedeutet, jedem Tänzchen Deines Egos hinterher zu rennen. 

Kundentermine helfen mir also auch, diese besonderen Tage durchzustehen.

Dazu kommt noch, dass ich schnell merkte, dass ich an diesen Tagen von meinen Leuten besonders gefordert wurde. Denn meine Kunden – nahezu alle (hoch-) sensibel, empfindsam und „spürig“ – schleppten natürlich auch all ihre Energien in unsere gemeinsamen Sessions ein. An manchen Tagen flossen in wirklich jedem Termin Tränen. Und ich war als Coach absolut aufgefordert, hier den Raum zu halten und sehr sensibel diese wichtigen Prozesse zu begleiten. Deswegen habe ich mich auch dazu entschieden, diese besonders wichtige Aufgabe – gerade zu Portaltagszeiten – wahrzunehmen.

Übrigens: Von Donnerstag, 05.12.2019 bis Mittwoch, 05.02.2020 haben wir eine Reihe energetisch intensiver Tage. Du willst Dich in dieser Zeit auf eine neue Art und Weise um Dich, Dein Inneres und Dein Business kümmern und mit Deinen Themen und Gefühlen nicht alleine sein? In „The Real You – Zum Jahreswechsel in ein neues ICH“ treffen wir uns in einer privaten Gruppe Gleichgesinnter für Austausch & Support. Ich bin uneingeschränkt die gesamte Zeit für Dich und die anderen da und Du bekommst regelmäßige Impulse und Inspiration durch mich. Sei hier dabei. 

(Photo by Hannah Wie)

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