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Dass wir uns um uns selbst kümmern müssen, wissen wir. Und dennoch – wir tun es so häufig nicht. Das eigene Leben besteht aus tausend Kleinigkeiten, die bedacht, sortiert und erledigt werden wollen. Und neben dem Job gibt es ja auch noch ein Leben, was Dinge von dir einfordert. Phasen des Stresses oder auch mal der Überlastung sind daher nichts Ungewöhnliches. Sie können passieren. Und du rettest dich selbst schon mal ein Stück davor, wenn du nichts Übermenschliches von dir erwartest.

Da es uns also immer mal „erwischen“ kann, ist es entscheidend, dass du eine gute Selbstfürsorge für dich findest. Neben Sport, frischer Luft & Co. empfehle ich jedem, sich eine spirituelle Praxis zu gestalten, die dich stärkt und mit deinem Inneren verbindet.

1) Was ist eine spirituelle Praxis?

Eine spirituelle Praxis entsteht durch deine Absicht, deine Intention. Entscheidend ist, dass du dir bewusst Zeit für dich nimmst und du offen dafür bist, dich mit dir und deinem Inneren zu beschäftigen. Es geht weniger um äußere Ziele, wie fit werden etc., sondern darum, Verbindung nach innen zu dir und deiner Seele aufzunehmen. Grundlage einer spirituellen Praxis ist, dass du dein Bewusstsein für dich und dein Leben erhöhst.

Mögliche Bestandteile einer spirituellen Praxis sind zum Beispiel:

2) Wie hilft dir eine spirituelle Praxis?

Diese Praxis hilft dir, wieder in Kontakt mit dir selbst zu treten. Du bist der Ausgangspunkt in deinem Leben. Je besser es dir geht, desto besser geht es deinem gesamten Umfeld. Du bereicherst und verbesserst jede Beziehung in deinem Leben, wenn du selbst geerdet und in guter Verbindung mit dir bist.

Im angespannten Alltag geht diese Kraft häufig verloren. Wir verlieren uns im Außen, können den Kontakt nach innen nicht mehr herstellen und fühlen uns entfremdet. Aus der Entfremdung heraus können wir aber nicht mehr so viel Gutes in die Welt bringen. Umso wichtiger ist es, die Nähe zu dir selbst wiederherzustellen. Und dafür darfst du dir Zeit für dich nehmen.

3) Wie läuft eine spirituelle Praxis ab?

Theoretisch kannst du zu jeder Zeit des Tages deine spirituelle Praxis abhalten. Besonders gut geeignet ist jedoch der Morgen. Die Nacht selbst stellt schon eine Art Meditation dar. Direkt nach dem Aufwachen bist du (hoffentlich!) ausgeruht, klar und noch frei von Fremdenergien. Wenn es dir gelingt, die Zeit nach dem Aufwachen für dich persönlich zu gestalten, sammelst du Kraft für den gesamten Tag.

Du brauchst dafür gar nicht besonders viel tun. Also, keine Angst, niemand erwartet von dir, dass du alle meine Vorschläge umsetzt und zukünftig 3 Stunden früher aufstehst. Anfangs reichen einige Minuten, die du dir so zusammen stellst, wie es für dich passend ist.

Du könntest zum Beispiel:

  • 5 Minuten Sonnengrüße praktizieren
  • 5 Minuten Meditieren
  • 5 Minuten in Deinem Journal schreiben (z. B. Morgenseiten, beschrieben in dem Buch von Julia Cameron)

Oder:

  • 20 Minuten im Wald Spazierengehen
  • 10 Minuten auf einer Parkbank Meditieren

Oder:

  • 10 Minuten ein spirituelles Buch lesen
  • 10 Minuten Yoga
  • 10 Minuten Meditation

(In diesem Artikel findest du dafür übrigens weitere Anregungen.)

4) Was das Besondere an einer spirituellen Praxis ist

Ganz ehrlich: Das bist du. Eine spirituelle Praxis ist der äußere Rahmen dafür, dass du bereits morgens feststellst, was für ein wundervoller Mensch du bist. Sie lädt dich ein, dich über die Zeit immer besser kennenzulernen, dir bewusst zu machen, wie du leben und auch nicht leben willst und daraus gestärkt Entscheidungen zu treffen. Die Verbindung zu dir ist das stärkste Band, was bestehen kann. Du bist der Mensch, mit dem du am meisten Zeit verbringst.

Wenn du dir erlaubst, ganz du zu sein, geschieht dies zum höchsten Wohle für unsere Welt.

Niemand braucht angepasste Menschen, die sich klein halten, und aus Angst um sich schlagen. Stattdessen brauchen wir den Menschen in dir, der stark, sicher und klar ist. Und um diesen Menschen wieder herauszuholen (denn ganz sicher ist er in dir), braucht es dein Bewusstsein und deine Fürsorge.

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5) Was dich vielleicht hindert

Meistens liegt es nicht daran, dass du nicht weißt, wie du Yoga machen könntest. Oder in den Wald gehen. Oder etwas anderes. Du WEISST, was du tun könntest. Aber du tust es nicht.

Und das hat einen ganz anderen Grund.

Was ist dein Liebling?

  • Andere Dinge sind wichtiger
  • Ich muss noch arbeiten
  • Mein Mann braucht mich
  • Es ist so kalt draußen
  • Ich starte morgen, da ist Montag
  • Ich schaffe es nicht, früher aufzustehen

Und so weiter.

Neben der Tatsache, dass gerade dein innerer Schweinehund das Ruder übernommen hat, bedeutet das aber eben auch noch etwas anderes. Wenn du selbst nicht oder nur wenig auf dich achtest, sagst du dir damit: Ich bin es mir selbst nicht wert.

Denn andere Dinge, Menschen, Situationen sind wichtiger als ich und die Dinge, die mir guttun. Und das ist übrigens ganz und gar „unspirituell“.

6) Erlaube es dir

Deswegen hat Spiritualität immer ganz viel damit zu tun, dass du dir selbst erlaubst, es dir wert zu sein. Du darfst und sollst bei dir ansetzen. In deinem Inneren nachschauen. Dir erlauben, die Schichten aus Verletzungen, Enttäuschungen und Ängsten nach und nach abzulegen, die dein Licht dimmen. Dir erlauben, deinen strahlenden Kern zum Vorschein zu bringen und mit deinem Licht in diese Welt zu leuchten.

Wäre das nicht wunderbar? Und falls du gerade noch nicht so recht weißt, wie du entspannt da ran gehen sollst, dann schau mal bei Sandra Liane Braun vorbei. Dort haben ich und einige andere Experten*innen unsere besten Gedanken und Ansätze gesammelt, damit du in stressigen Phasen gut für dich sorgen kannst.

Wenn ich dich dabei begleiten darf, deine Ganzheit zu sehen und zu verstehen, welch wundervoller Mensch du bist, dann vereinbare hier deinen persönlichen Termin. Ich freue mich auf dich! 🧡

(Photo by Marion Michelle)

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Wie du endlich mit dem Rumeiern aufhörst und im Business durchstartest“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

Wenn berufliche Unzufriedenheit auf ein inneres Streben nach Sinn trifft, kristallisiert sich bei den allermeisten Menschen eine Frage hervor: Könnte die Suche nach meiner persönlichen Berufung mein Dilemma lösen? Würde ich nicht viel zufriedener sein, wenn ich endlich wüsste, was beruflich „meins“ ist? 

Und weißt du was? Das kann ich mega gut verstehen.

Des Pudels Kern …

  1. Die heutigen Arbeitsbedingungen: Menschen als Human Resources. Gläserne Decken. Chef-Egos. Powerpoint-Schlachten. Arbeiten für die Tonne. CC- und BCC-Kriege. Ständige Anwesenheiten. Mangelndes Vertrauen. Und noch viel mehr. Wer in einem „modernen“ Unternehmen, vorzugsweise im Konzern oder in ähnlichen Unternehmensstrukturen, arbeitet, ist gefangen. Und zwar in allererster Linie in unsinnigen Entscheidungen, die mit dem, was wirklich wichtig ist, ziemlich wenig zu tun haben. Dafür aber viel damit, ob es dem nächsthöheren Vorgesetzten damit gut geht. Und dem nächsten. Und wieder dem nächsten.
  2. Die eigene Persönlichkeit: Manche Menschen sehnen sich mehr nach Sinn im Leben als andere. Zwar ist der Wunsch, sinnvoll seine Zeit zu verbringen, generell in uns allen angelegt. Denn unser Inneres, unsere Seele, wünscht sich eine Aufgabe von Bedeutung. Diese kann aber unterschiedlich ausgelegt werden. Und viele Menschen können dies unterdrücken und stellen andere Dinge, wie z. B. die (vermeintliche) Sicherheit, eine gute Bezahlung oder Ablenkung von Privatem in den Vordergrund. Zudem neigen vor allem Menschen mit Hochsensibilität bzw. Vielbegabung (auch Scanner-Persönlichkeiten genannt) dazu, an mangelndem Sinn innerlich zugrunde zu gehen.

Kommt nun beides zusammen – die eigene Persönlichkeit sowie ungünstige Arbeitsumstände – bringt einen dies oft an den Rande dessen, was erträglich ist. Burn Out & andere Erkrankungen können die Folge sein.

In der Krise fangen viele Menschen an, sich stärker mit sich selbst bzw. einem neuen Job zu beschäftigen. Und stolpern darüber, zukünftig nicht nur „irgendeinen“ Job auszuüben, sondern die eigene Berufung zu leben. Berufung klingt verheißungsvoll: Leben ohne jemals wieder arbeiten zu müssen. Sein Hobby zum Beruf machen. Mit Freude und Leichtigkeit zu wirken. Und so weiter.

Was ist eigentlich die Berufung?

In dem Begriff „Berufung“ steckt das Wort „Ruf“. Eine Berufung bringt nämlich zwei Dinge zusammen: Den Beruf selbst. Und den Ruf in dir, was du wirklich hinaus in die Welt tragen möchtest. Dein persönliches Warum. Deine Motivation hinter dem, was du tust. Was dir so wichtig ist, dass du dafür einstehst.

Eine Berufung ist demnach mehr als irgendein Job. Es ist eine bewusste Entscheidung, ein berufliches Leben zu leben, welches zu dir passt und in dem du deiner Individualität Ausdruck verleihst. Um deine Berufung zu finden, begibst du dich auf die Suche danach, wer du eigentlich bist. Und zwar nicht nur an der Oberfläche. Sondern im Tiefgang. Und dann kannst du mit all dem auch draußen sichtbar werden.

Wie gut kennst du dich selbst?

Stärken, Lebensmotive, deine Persönlichkeit und die eigenen Bedürfnisse. Das und noch viel mehr ist deine Basis für ein gutes, zufriedenes Arbeitsleben. Denn wenn du dich selbst gut kennst, kannst du deinen Beruf auch so wählen, dass er zu dir passt. Du kennst deine Stärken nicht so wirklich? Ganz normal! Oftmals sind uns unsere eigenen Stärken nicht bewusst. Das liegt daran, dass wir häufig bescheiden erzogen wurden und nicht gelernt haben, offen über das zu sprechen, was uns ausmacht.

Und im Angestelltenjob erhalten wir leider oft nur Rückmeldungen über das, was wir nicht so gut gemacht haben. Nicht geschimpft ist genug gelobt – an dieses Prinzip halten sich immer noch viele Führungskräfte. Was wir gut machen, wird stillschweigend zur Kenntnis genommen und vorausgesetzt. Was wir nicht so gut können? In diese Wunde legt der Chef seinen Finger. So trainieren wir regelmäßig, unser Mindset negativ auszurichten: Nämlich wie wir unsere (vermeintlichen) Schwächen ausmerzen können. Wirklich förderlich ist das nicht. Denn in etwas, was uns nicht in die Wiege gelegt wurde, werden wir niemals Bestleistungen bringen.

„Wer seine Stärken stärkt, wird erfolgreich.“ (Prof. Dr. Malik, St. Gallen)

Natürlich darfst du dir hin und wieder dennoch die eine oder andere Sache vorknöpfen, die du noch nicht so gut beherrschst. Vielleicht brauchst du eine bestimmte Fähigkeit auch dazu, um deinen Traumjob in die Tat umzusetzen. Doch grundsätzlich sollte dein Fokus auf deinen Stärken liegen.

Für die Suche nach deinem neuen Job solltest du dich im ersten Schritt auf das konzentrieren, was du jetzt schon gut kannst. Auf die Talente und Kompetenzen, die du bereits mitbringst. Auf Dinge, die dir leicht fallen. Auf das, was du auch tun würdest, wenn du dafür kein Geld bekommen würdest.

Wo stehst du gerade persönlich?

Kennen wir uns selbst schon gut und wissen, was wir wollen, sollten wir auch innerlich für die nächsten Schritte bereit sein. Innerliches Wachstum entsteht aber nicht über Nacht. Fast immer braucht es anfangs eine bewusste Entscheidung dafür, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Und nicht die Schuld auf den Chef, den Vorstand, den Partner oder die schlimme Vergangenheit zu schieben.

Um deine Berufung ausleben zu können, brauchst du eine starke, klare Persönlichkeit. Dein Warum muss in erster Linie dich selbst überzeugen (dann überzeugst du jeden damit). Deine Motivation darf groß sein. Vielleicht hast du dir darüber bis heute noch keine Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt, ist auch das normal. Denn die eigenen Stärken auszuleben und wertzuschätzen, lernen die wenigsten Menschen in der Schule. (Im Gegenteil, unser System ist leider eher so ausgelegt, dass wir VERlernen, was uns im Idealfall im Kindesalter von unseren Eltern beigebracht wurde.)

Je nachdem, an welchem Punkt du gerade stehst, sind es vielleicht noch einige Schritte bis du dein Potenzial stärker entfalten und leben kannst. Vielleicht sind es zu viele, um diese parallel zu einem ungeliebten und frustrierenden Job zu tun. Vielleicht solltest du schnellstmöglich raus aus diesem Umfeld, bevor noch deine letzten Energiereserven schwinden. Es gibt viele Gründe, sich genau anzuschauen, wo du persönlich derzeit stehst und wie „krass“ der nächste Schritt sein darf.

Die Angst vor der eigenen Berufung

Irgendwann stolperst du darüber, dass du deine Berufung finden solltest, um endlich, endlich im Job zufrieden zu sein. Eine Berufung scheint groß und überdimensioniert. Du willst sie. Aber du hast Angst. Große Angst.

Und was passiert?

Du verharrst vor der Berufung, wie das Kaninchen vor der Schlange. Und rührst dich keinen Millimeter weg.

Du bist blockiert. Siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Fragst alle möglichen Menschen um Rat. Da aber in deinem Umkreis quasi niemand seine Berufung lebt, kann dir dort auch niemand weiterhelfen.

Möchtest du nun ewig im jetzigen Job verharren, der dich so unzufrieden macht? Das wäre doch total kontraproduktiv, oder? Und das alles nur, weil du deine Berufung heute noch nicht klar erkennen kannst? Oder weil du sie zwar vor dir siehst, aber innerlich noch nicht so weit bist?

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Die Lösung könnte sein: Ein Zwischenjob

In diesem Fall tust du dich einfach leichter, wenn du dir eine Art Zwischenjob suchst. Einen Job, der dich deiner Berufung schon einen großen Schritt näherbringt. Der dir den notwendigen Raum und die Zeit für deine persönliche Entwicklung lässt.

Dieser Zwischenjob soll natürlich auch möglichst gut zu dir passen. Deswegen schaue dir genau an, wie du persönlich tickst, was für ein Mensch du bist und was du beruflich willst. Und natürlich soll ein neuer Job auch deine Komfortzone erweitern und dich persönlich fordern. Aber „fordern“ meint nicht „überfordern“.

Ein Zwischenjob kann also ein Teilzeit-Job oder ein Job sein, der thematisch dem Traumjob schon näherkommt. Diese Variante ist genauso nützlich, denn sie bringt dich auf deinem Weg weiter und berücksichtigt dabei die aktuellen Umstände. Wichtig: Die Rahmenbedingungen müssen passen. Selbst wenn du weißt, was du willst, und dich auch im Inneren vorbereitet fühlst, so gibt es manchmal Umstände, die bestimmte Schritte (noch) nicht zulassen. Das ist ganz oft ein Mindset-Ding (also ein Ding der inneren Haltung bzw. inneren Überzeugungen). Das heißt, dein gedanklicher Raum für Lösungen ist so klein, dass du das nicht siehst, was du eigentlich erreichen könntest. Daran kannst du arbeiten und dir z. B. Unterstützung suchen.

Aber auch in dem Wissen, dass du noch größer denken könntest, darfst du Zwischenschritte machen. Das kann unterschiedliche Gründe haben, z. B. dass du finanzielle oder andere Verpflichtungen hast. Oder dass du nicht weißt, ob du in den nächsten Jahren die Zeit aufbringen kannst, um eine Selbständigkeit kontinuierlich aufzubauen.

Die Grenze ist schmal, wird gerne mal überschritten. Und solltest du sie in dir wahrnehmen, höre auf dich – egal, was andere sagen.

Übrigens: Ein Zwischenjob kann auch eine Selbständigkeit im alten Beruf sein. Zum Beispiel als Freelancer im Projektmanagement, als Unternehmensberater oder im Online-Marketing. Das reicht für viele auch schon. Andere spüren irgendwann, dass sie weitergehen wollen.

Oder gleich in die Vollen: Das eigene Business

Wer sich länger mit dem Thema Berufung auseinander setzt, ahnt es schon. Den für uns perfekten Job finden wir häufig nicht in der Festanstellung. Und auch nicht in einem 08/15 Selbständigkeit, die deine persönlichen Bedürfnisse nicht berücksichtigt. Wenn dir als Unternehmensberater in der Festanstellung der Sinn gefehlt hat, fehlt dieser dir höchstwahrscheinlich in der Selbständigkeit auch.

Die Lösung ist hier, ein eigenes Expertenbusiness zu entwickeln. Ein Expertenbusiness stellt dein persönliches Wissen in den Vordergrund und kombiniert oft unterschiedliche Bereiche, die dir alle wichtig sind. Ich z. B. habe mein eigenes Business rund um die Bereiche Business und Personal Development geschaffen, weil ich beides wichtig finde und meine Fähigkeiten zusammenbringen will. Auch meine Kundin Anja ist ein Beispiel dafür.

Die Suche nach der eigenen Berufung muss also nicht immer aus dem Angestelltenjob starten. Auch als Selbständiger kann dir etwas in deiner heutigen Tätigkeit fehlen, was du noch vermisst.

Zwischenjob oder Business?

Es gibt Menschen, die springen einfach in ihr neues Leben. Diese Menschen haben alle gemeinsam, dass sie darauf vertrauen, den Weg beim Gehen zu entwickeln. Sie haben meist genug Selbstvertrauen, Mut und den Glauben daran, dass sie es schaffen können. Von außen sieht es übrigens meist leichter aus als es ist ;-)

Und es gibt Menschen, die lieber den Zwischenjob wählen, und sich dann nebenberuflich dem eigentlichen Ziel – dem eigenen Business – nähern. Sollte es so sein, hadere nicht damit. Deine Zeit wird kommen, wenn es besser passt. Das ist eben dein Weg.

Und vielleicht ist der vermeintliche Zwischenjob auch deine Endstation, weil du deine Berufung im Ehrenamt oder in der Familie ausübst. Auch das kommt häufig vor und ist voll ok.

3 Tipps, um deine Berufung ohne Druck zu finden

  1. Die Macht der kleinen Schritte (auch Mäuseschritte oder Baby-Schritte genannt): Wenn du innerlich wie äußerlich in Bewegung bleibst, bekommst du regelmäßig Rückmeldung auf dein Tun. Von anderen. Aber in erster Linie von dir selbst, in dem du hinein spürst, was sich gut für dich anfühlt. Eine Berufung lässt sich nicht auf der grünen Wiese planen. Deswegen fange an und tue etwas. Und schaue, was es mit dir macht.
  2. Vertraue dir selbst und deinem Weg: Ja, es gibt diverse Überschneidungen zwischen den Menschen, die sich auf den Weg zu ihrer Berufung machen. Diese Ähnlichkeiten habe ich in diesem Artikel für dich dargestellt. Aber letztendlich ist jeder Weg ein individueller – nämlich deiner. Hab also Vertrauen, dass du auf deinem Weg richtig bist. Auch wenn du schon gefühlte 1.000 Jobwechsel durch hattest (Hinweis auf eine Scanner-Persönlichkeit) oder du nicht mehr daran glaubst, einen Job zu finden, der dich nicht ständig überlastet (Hinweis auf Hochsensibilität). Am Ende macht alles Sinn. Jeder Wechsel. Jede Verletzung. Jeder Input. Jeder Schmerz.
  3. Hole dir Unterstützung: Wenn du mit diversen Büchern arbeitest, aber nichts „Richtiges“ erkennst. Wenn du bei Instagram Menschen folgst, die du insgeheim bewunderst. Oder wenn es dir so schlecht geht, dass du am liebsten jeden Tag kündigen möchtest. Dann solltest du dir unbedingt Hilfe von einer erfahrenen Person holen. Jemand von außen blickt mit einem neutralen Blick auf dein (Berufs-)Leben und kann dir so helfen, den roten Faden zu identifizieren. Denn in den allermeisten Fällen ist die Berufung schon viiiieeeel früher im Leben erkennbar, wenn man weiß, worauf man achten muss ;-) Es gibt also keinen Grund, da alleine durch zu müssen. Ein Coach mit Spezialisierung Business, Job oder Berufung ist die richtige Anlaufstelle, um dein Gedankenwirrwarr zu entwirren und endlich Klarheit über den nächsten beruflichen Schritt zu bekommen.

Fazit

Lass dich von dem Begriff Berufung also nicht unter Druck setzen. Nimm die Berufung als Ansporn, einen Beruf zu finden, der zum jetzigen Zeitpunkt zu dir passt und dich erfüllt. Auch wenn du jetzt schon weißt, dass dieser Job das nicht für immer tun wird.

Wenn du Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir Wir sprechen dann gerne darüber, wo du gerade stehst und was dir auf deinem Weg in den Traumjob hilft.

(Photo by John Canelis)

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „11 „Business-Weisheiten“, die ich lernen durfte“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

 

In meiner Facebook-Community wurde ich vor einiger Zeit gefragt „Wie viele Stunden sollte ich pro Woche in mein nebenberufliches Business investieren?“. Über die Frage war ich fast ein wenig erschrocken. Denn Businessaufbau sollte Spaß machen und im Flow stattfinden. Ein „hartes Muss“ à la „Wenn ich nicht mindestens x Stunden pro Woche, dann wird das eh nichts“ ist absolut nicht förderlich.

Aber ich kann gut verstehen, woher diese Sicht kommt. Aus der Angestellten-Welt kennen wir folgende Überlegung: Wer 40 Stunden pro Woche arbeitet, leistet mehr als jemand, der nur 25 Stunden arbeitet, und ist deswegen auch mehr wert. Denn warum sonst sind Teilzeitstellen immer noch unbeliebt bei Chefs und Management und gestalten sich in Bezug auf die Karriere als „Teilzeit-Falle“?

Im eigenen Business gilt diese Formel aber nicht. Sorry. Not sorry?

Was als Angestellter häufig geht – unwichtige Dinge zu tun, aufzuschieben und mehr Kaffee zu trinken als produktiv zu sein, rächt sich in der Selbständigkeit extrem schnell. Denn als Solo-Unternehmer*in geht es einzig und allein darum, ob du die richtigen Dinge tust oder nicht.

Die gute Nachricht ist also: Es ist nicht wichtig, wie viele Stunden du pro Woche in deinem Business arbeitest. Die schlechte Nachricht ist: Ohne Dranbleiben und regelmäßiges Tun geht es auch nicht.

So bringst du dein Business auch dann zum Erfolg, wenn du wenig Zeit hast

4) Tue

3) täglich

2) die richtigen Dinge

1) mit dem richtigen Fokus.

Ganz easy?

Was bedeutet das?

1) Fokus

Häufig ist uns nicht bewusst, welchen Fokus wir unbewusst für unser Business setzen. Das eigene Business nimmt dann – neben Hauptjob, Familie, Kindern, Partnerschaft, der Pflege der Eltern, Haushalt, Freunden, Sport etc. – ungefähr Platz 78 ein. Und wir wundern uns dann, wenn alles wichtiger ist als das eigene Business, warum wir nicht vorankommen. Und auch keinen rechten Elan verspüren.

Deswegen ist es entscheidend, dass du den Fokus

a) generell ganz bewusst auf dein Business lenkst: Warum tust du das überhaupt? Was bringt es dir?

und

b) die nächsten Prioritäten klar setzt: Was ist jetzt wirklich wichtig? Was bringt mich voran?

Da Zeit ein extrem knapper Faktor ist, darfst du ein für dich passendes System entwickeln, wann und wo du für dein Business arbeitest. Das ist höchst individuell, aber immens wichtig.

Mach dir als erstes bewusst, wie wichtig dein Business für dich ist. Dein Business sollte mindestens Priorität 3 in deinem Leben einnehmen. Ansonsten kommst du so schleppend voran, dass dir unterwegs die Puste ausbleibt und du irgendwann aufgibst. Mir ist vollkommen klar, dass es viele Dinge gibt, die einen großen Raum in deinem Leben einnehmen könnten (wie Familie etc.).

Aber: Für die Zeit des (nebenberuflichen) Businessaufbaus solltest du hierfür von Anfang an Regelungen treffen. Wenn du keine Lösungen findest, die dir Raum verschaffen, so wird sich schnell Frust bei dir breit machen und ggf. lässt du das gesamte Projekt sein. Und das wäre sehr schade! Also, suche nach Möglichkeiten, die dich entlasten bzw. dir Zeit für dein Business-Baby geben.

Hier ein paar Ideen, wie du mehr Freiräume für deinen Businessaufbau findest:

  • Teilzeit beantragen
  • Au Pair einstellen
  • Haushaltshilfe besorgen
  • Kinder mehr machen lassen
  • Partner bitten, mehr zu unterstützen (dafür revanchierst du dich irgendwann)
  • Perfektionismus runterschrauben (weniger Bügeln, mehr einfaches Essen, nur noch 1x in 2 Wochen wischen)
  • Freie Zeiten nutzen, wie z.B. im Auto oder in der U-Bahn
  • Freundschaften für einen begrenzten Zeitraum zurückstellen

Du kannst nicht alles gleichzeitig machen. Wenn du den Businessaufbau einfach nur „drauf addierst“, wird das sehr anstrengend für dich werden.

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2) Die richtigen Dinge

Oftmals denken wir bei Businessaufbau nur an das, was wir „tun“ müssen. Keine Frage, das Tun ist mega wichtig. Aber es gibt auch andere Bereiche, die du erledigen solltest, damit dein Business sich gut entwickelt.

Die richtigen Dinge für deinen Businessaufbau lassen sich in 3 Kategorien einteilen:

1) Business Making Activities: Hiermit sind alle „Hand On“-Aktivitäten gemeint, bei denen du wirklich etwas (er)schaffst und die du am Business erledigst, z. B. Website zu texten, Marketing zu betreiben etc.

2) Mindset: Hiermit sind alle „unterstützenden“ Tätigkeiten gemeint, die du bewusst (!!) innerlich betreibst, um in deine Aufgabe als Unternehmer*in hinein zu wachsen. Dazu gehören z. B. tägliches Journaling, Meditation und Weiterbildung in diesem Bereich.

3) Community & Networking: Die meisten Neu-Selbständigen haben einen Freundes- und Bekanntenkreis, der nicht (!!) mehr (!!!) die gleiche Vision vom Leben teilt wie sie selbst (Lese hier, warum es so wichtig ist, sich Gleichgesinnte zu suchen).  Es ist deswegen unerlässlich, dass du dich mit Menschen vernetzt, die das Gleiche wollen wie du, und dass du von Menschen lernst, die das, was du willst (z. B. die Vollzeit-Selbständigkeit) bereits erreicht haben.

Mach dir also bewusst: Du kannst jede Aufgabe, die in deinem Kopf herumschwirrt, in eine der drei Kategorien einteilen. Jeder der drei Bereiche sollte in etwa gleich bearbeitet werden. Ein Gleichgewicht ist dabei sehr wichtig.

Folgende Beispiele zeigen, was ungünstig ist

Wenn du nur in Facebook-Gruppen rumhängst und deine innere To-Do-Liste immer länger wird, du aber nie Zeit hast, sie abzuarbeiten, dann kommst du im Tun nicht voran.

Wenn du nur am Rödeln, Machen und Tun bist, aber null in Verbindung mit anderen Menschen stehst und Angst hast, dich mit deinem Angebot zu zeigen, dann hast du dein Mindset nicht genügend weiterentwickelt.

Wenn du nur am Schreiben, Meditieren und Weiterbilden bist, und immer noch neue Dinge suchst, wo du unbedingt noch wachsen musst, bevor du xyz tun kannst, dann fehlt dir das konkrete Tun im Außen als Verfestigung deines neuen Seins.

So planst du stattdessen deine Ziele

  • Setze dir Tages-, Wochen- und Monatsplanungen. (Später auch länger in die Zukunft reichende Planungen)
  • Setze dir Ziele, z. B. auf Wochenbasis (Du kannst diese Ziele montags in einer Facebook-Community teilen und am Freitag erzählen, wie du sie erreicht hast. Öffentliches Verschriftlichen führt zu Commitment).
  • Überlege dir genau, was du erreichen willst. Unterteile deine Ziele in die drei Kategorien. Hast du alle Kategorien bedacht? Welche Kategorie fällt immer „hinten runter“? Darauf solltest du dein Augenmerk richten und hierfür weitere Ziele festlegen.
  • Halte dich an deine Ziele?

3) Täglich

Mache dir bewusst, dass dein Businessaufbau kein Sprint, sondern ein Marathon ist. Das heißt, dass Kontinuität und Disziplin sehr stark über deinen Erfolg entscheiden. Wer nur unregelmäßig tut und sichtbar ist, braucht sich nicht wundern, wenn der Erfolg sich nur sehr schleppend einstellt.

Tägliches Tun führt dazu, dass dein Business schnell zur Routine wird. Und Routine ist in diesem Fall sehr gut. Du gewöhnst dich daran, dass es ein fester Bestandteil deines Lebens ist. Wenn du dran gewöhnt bist, täglich zu tun, fühlt sich das bald ganz normal an. Wenn du dann mal einen Tag nichts tust, wird dir schnell was fehlen.

Schaue als erstes, wann du gut an deinem Business arbeiten kannst.

  • Morgens vor der Arbeit, wenn du z. B. den Wecker 30 – 60 Minuten früher stellst?
  • In der Mittagspause, in dem du die langweiligen Dates mit Kollegen ab sofort ausfallen lässt?
  • Abends nach Feierabend, wenn der Partner auf dem Sofa Netflix schaut?
  • Am Wochenende, wenn endlich mal Ruhe und Zeit ist?
  • Zwischendurch, wenn der Hauptjob Pausen zulässt?

Sei unbedingt auch kreativ, was die Wahl deines Arbeitsortes zulässt. Viele Aufgaben, insbesondere aus den Kategorien Community & Networking und Mindset, brauchen keinen Schreibtisch. Auch Social Media Posts lassen sich z. B. wunderbar über das Mobilgerät machen.

Weitere Ideen, deine Arbeit zu erleichtern:

  • Dokumentiere deinen Tag in Social Media. So bist du unterwegs, aber trotzdem präsent für deine Follower.
  • Viele hilfreiche Tools, wie Trello, Evernote und Dropbox, gibt es auch als App. Es ist vielleicht ein kleines bisschen umständlicher, aber deine Planung kannst du via Trello auch auf dem Handy machen.
  • Wenn du Content Ideen hast und keinen Stift und Zettel dabei, dann sprich sie dir einfach in eine Diktier-App.
  • Du solltest aber auch immer was zu schreiben dabei haben?
  • Setze vor Autofahrten die bewusste Intention, zu welchem Thema du eine Lösung finden willst. Zum Beispiel lassen sich die Fragen: Wer ist meine Zielgruppe? Welches Produkt will ich als nächstes launchen? Wunderbar auch erstmal „nur“ durchdenken.
  • Statt Musik höre Business-Podcast-Episoden und bilde dich weiter (aber nicht wahllos, sondern zu den geplanten Zielen)
  • Sei jeden Tag während der Öffi-Fahrt zur Arbeit in deinen liebsten Facebook-Gruppen unterwegs und zeige Präsenz.

Und täglich Tun heißt nicht, dass es Stunden sein müssen. Klar, mehr ist meist besser. Aber es gilt eben nicht die Regel aus dem Angestelltenjob, sondern viel wichtiger ist, dass du deine täglichen Ziele mit Liebe (!!!) – und übrigens ohne Druck – umsetzt.

4) Tun

Wenn du nun weißt, wo dein Fokus und deine Prioritäten liegen, was deine Ziele sind und wann du sie täglich unterbringen kannst, geht es ans Umsetzen.

Folgende innere Haltung bietet sich an, wenn du dein Mindset auf Tun umprogrammieren willst:

  • Einfach machen.
  • Better done than perfect.
  • Nutze deine fehlende Bekanntheit dafür, Fehler zu machen.
  • Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (Jaa, selten gibt es auch Sprichwörter, die nützlich sein können)

Du siehst also, es gibt MILLIONEN von Tipps und Tricks, die dir helfen, dein Business aufzubauen, auch wenn du wenig Zeit hast. Finde die heraus, die für dich am besten funktionieren.

Der Special Tipp

Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung ist gold wert und wird dich – wenn du dich daran hältst – meilenweit nach vorne bringen. Dennoch habe ich noch einen Special Tipp für dich:

Ausnahmen dürfen mal sein.

Es geht hier nicht um falsch verstandenen Druck, Zwang oder Arbeiten, bis der Arzt kommt. Das Leben ist unberechenbar und darauf solltest du flexibel reagieren. Wenn zu Hause alle die Grippe haben und sich die Dreckwäsche 3 m nach oben stapelt, setzt du mal 2 Tage aus. Das ist ok.

Aber (!!)

Finde bitte nicht jeden Tag eine neue Ausrede, warum du genau heute nicht kannst. Wenn du mal einen Tag ausgesetzt hast, startest du am nächsten Tag einfach wieder von vorne bzw. machst da weiter, wo du aufgehört hast. Ohne nachzudenken. Einfach tun. Alles andere wäre Selbstbetrug, ok?

So, und jetzt erzähle mal: Was ist dein heißester Tipp, ein Business aufzubauen, wenn man wenig Zeit hat? Schreib es in die Kommentare. Ich freue mich?

(Photo by Kinga Cichewicz)

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „2 Dinge, um wirklich dein wahres Selbst zu leben“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

 

Ab und zu gibt es im Leben diese Momente, wo du spürst, dass etwas Größeres ansteht. Etwas in dir zieht sich zusammen, und plötzlich hast du einen Impuls, den du einfach nicht wegdrücken kannst. Genauso einen Moment hatte ich am 24. Mai 2018 gegen 17 Uhr.

Es war ein vollkommen unspektakulärer Tag. Ich befand mich gerade im Auto auf der A7, der DSGVO-Wahnsinn lag hinter mir und abends stand das Topmodel-Finale an. Und doch passierte in diesem Moment etwas mit mir.

Etwas Größeres – das kann ein Jobwechsel, der Aufbau einer Selbständigkeit oder die Trennung vom Partner sein. Bei mir war es einfach ein Schild auf der Autobahn: Hannover. Die Stadt, in der ich 10 Jahre lang gelebt, geliebt, gelacht, geweint und gefeiert hatte. Eine Stadt, in der ich nicht geboren bin, die ich aber dennoch als Heimat bezeichnen würde. Meine Herzensheimat.

Es ist zu diesem Zeitpunkt fast 7 Jahre her, dass ich weggezogen war. Ich wollte in dieser Zeit nie zurück. Besonders oft hatte ich Hannover in den Jahren auch nicht besucht. Irgendwas hielt mich immer davon ab. Tausend Aktivitäten, die Entfernung, eben das volle Leben. Bis ich an diesem späten Donnerstagnachmittag auf dem Weg zu meiner Familie war. Und plötzlich am ganzen Körper merkte: „Scheiße, hier passiert gerade was. In mir. Und das kann und will ich nicht ignorieren.“

Klar, dieses Gefühl hätte ich wegdrücken können. Aber würde ich mich dann nicht selbst bescheißen? Also ging ich ab diesem Moment achtsam durch die Welt und beobachtete sehr genau. Was sollte mir dieses Gefühl sagen?

Ich ging auf die Suche …

Intuition

Mir war sofort klar, dass in diesem Moment auf der Autobahn meine Intuition zu mir gesprochen hatte. Sie signalisierte mir, dass hier etwas geschehen würde, was mit dieser Stadt in Verbindung steht. Sie zeigte mir auch, dass es etwas Größeres sein würde.

Vielleicht hätte ich meine Intuition gar nicht erkannt, wenn ich nicht schon längere Zeit trainiert hätte, sie wahrzunehmen. Im hektischen Alltag verlieren wir sie oft, drücken sie weg, ignorieren sie. Und dennoch ist unsere Intuition immer da. Jeder Mensch hat sie in sich.

Deswegen wusste ich auch sofort, dass mir dieses Gefühl etwas Wichtiges mitteilen wollte. Und dass ich schön doof wäre, nicht darauf zu hören.

Signale

Ab diesem Moment war ich besonders achtsam unterwegs. Ich achtete auf Zeichen und beobachte meine Reaktionen und meine Gefühle. Vollkommen überraschend traten Menschen in mein Leben, die mir Hannover von einer neuen und doch auch vertrauten Seite zeigen sollten. Plötzlich traf ich alte Bekannte wieder, die ich mit meinem Wegzug zurückgelassen hatte.

Und mir wurde auch klar: Die Kontakte mit alten Hannoveraner Freunden und Bekannten, die seit einigen Monaten wieder zugenommen hatten, waren kein Zufall gewesen. Die Stadt hatte mich schon lange gerufen.

Wünsche

Und plötzlich merkte ich auch, dass ich meine Familie und alte Freunde vermisste. Das vertraute Niedersachen. Mein altes Lieblingsviertel in Hannover.

Mein bisheriger Wohnsitz passte mir plötzlich nicht mehr. Zu laut. Zu fremd. Zu „hessisch“. Immer öfter ertappte ich mich dabei, dass ich betonte, dass ich Niedersächsin sei und deswegen leider xyz nicht verstehen/nachvollziehen/tun whatever könnte. Ich spürte, wie sehr ich meinem Heimat-Bundesland verbunden war.

Entscheidung

Als ich all das wahrgenommen hatte, wurde mir klar: Das Ding war entschieden! Nur mein Ego war noch nicht ganz einverstanden und lamentierte rum. Ein Umzug sei zu teuer, jetzt hatte ich mich doch gerade im Rhein-Main-Gebiet eingelebt, in Hannover würde ich doch auch keinen mehr so richtig kennen.

Ich nahm es liebevoll in den Arm und sagte ihm, dass wir auf mein Herz hören würden, ich ihm aber versprechen würde, den Umzug so gut zu managen, wie ich alle großen Projekte und Themen manage – ob es einverstanden sei? Und so hatte ich schnell mein OK. Denn eigentlich will unser Ego ja auch nur unser Bestes.

Herz & Verstand

Und so stand der Plan: Mein Herz hatte entschieden – ich würde nach 7 Jahren Abwesenheit nach Hannover zurückgehen. Und mein Verstand übernahm auch eine sehr wichtige Aufgabe. Er wurde verantwortlicher Projektleiter für den Umzug. So waren alle Seiten in mir zufrieden.

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Trägst du dich auch mit einer großen Entscheidung?

Oft laufen wir vor großen Entscheidungen weg, da uns insgeheim absolut bewusst ist, dass diese eine enorme Tragweite haben. Und bevor wir uns falsch entscheiden, entscheiden wir uns lieber gar nicht – in der Hoffnung, dass wir dann alles richtig gemacht haben.

Das Problem ist aber, dass eine nicht getroffene Entscheidung trotzdem bedeutet, dass du dich entschieden hast. Denn auch wenn du dich FÜR etwas entscheidest, so bedeutet das automatisch, dass du dich DAGEGEN entschieden hast.

4 Schritte auf dem Weg zur Entscheidung

Wenn eine große Entscheidung ansteht, gibt es 4 Dinge, die du tun solltest. Damit fällt es dir wesentlich leichter, dich zu entscheiden, und du bekommst damit auch die innere Stärke, um diese Entscheidung durchzuziehen.

  1. Trainiere deine Intuition: Sei dir selbst nah und achte darauf, wie dein Inneres und dein Körper in bestimmten Momenten reagiert. Nimm wahr, was sich an vermeintlichen Kleinigkeiten zeigt. Klopft dein Herz plötzlich laut? Kribbeln deine Fuß- oder Handflächen? Hast du ein Druckgefühl auf der Brust? Oder hast du plötzlich einen Impuls, dass etwas wichtig sein könnte, so wie ich bei dem Autobahnschild? Indem du bewusst solche Dinge registrierst, trainierst du nach und nach deine Intuition. Du richtest dich innerlich dadurch ganz anders aus und gibst Dingen in dir Raum, die du vorher gar nicht wahrgenommen hättest.
  2. Baue eine Verbindung zu deinen Wünschen auf: Sei dir immer bewusst, was du eigentlich vom Leben willst. Was sind deine Werte? Bist du ein freier Typ, der gerne unabhängig ist? Was bedeutet Freiheit genau für dich? Oder bleibst du gerne stecken, weil dir Sicherheit so wichtig ist? Was macht Sicherheit speziell für dich aus? Verstecke dich nicht hinter Begriffen, sondern definiere diese für dich. Welche Wünsche ergeben sich daraus? Indem du dich mit dir selbst beschäftigst, dich, deine Wünsche und deine Werte kennst, bist du auch in der Lage, Entscheidungen gut vorzubereiten. Denn damit weißt du, dass du nah bei dir bist, wenn du entscheidest.
  3. Achte auf Signale und Zeichen: Das Leben ist unser Verbündeter und schickt uns regelmäßig Hinweise auf unserem Weg. Wenn du jedoch mit Scheuklappen durch die Gegend rennst oder einfach nur zu gestresst bist, dann kannst du sie nicht wahrnehmen. Achte also darauf, was passiert, wenn du in einer Entscheidungsphase bist. Wen triffst du plötzlich wieder? Wohin wirst du getragen, ohne dass du etwas dafür tun musstest? Welche Zeichen siehst du, z.B. auf dem Weg, liegen? Wenn du aufmerksam und offen bist, wirst du sehr viel erkennen, was dir deine persönliche Richtung weisen wird.
  4. Lasse dein Herz entscheiden: Unsere Gesellschaft hat uns gelehrt, dass wir am besten mit dem Verstand entscheiden sollten. Pro und Contra. Abwägen von Argumenten. Und so weiter. Verstehe mich nicht falsch, ich liebe meinen Verstand und setze ihn oft und gerne ein. Wichtig ist aber, dass du dir die Rollenverteilung bewusst machst. Gerade große Lebensentscheidungen, wie ein größerer Wohnortwechsel oder der Aufbau deines eigenen Business, werden nicht im Verstand entschieden. Auch wenn wir uns das so einreden wollen. Wenn du einmal verstanden und akzeptiert hast, dass du deinem Herzen folgen darfst, weil es dich leitet und führt, dann wird es einfacher für dich. Das ist wie in der Liebe, da vertrauen wir auch unserem Herzen.

Warum du dich nicht falsch entscheiden kannst

Die Angst, etwas falsch zu machen, lähmt – und führt dazu, dass dein Leben Tag für Tag an dir vorbeizieht, ohne dass du deinem Herzen folgst. Mache dir also bewusst, dass echte Entscheidungen nicht im Kopf, im Ego, im Verstand getroffen werden. Echte Entscheidungen kommen aus deinem Herzen. Oder wenn du dein Herz nicht fühlst, dann vielleicht auch aus deinem Bauch.

Wenn du deinem Herzen die Führung in deinem Leben überträgst, wirst du immer richtig entscheiden. Dein Herz wird dich niemals anlügen oder es schlecht mit dir meinen. Im Gegenteil: Dein Herz will immer das Beste für dich.

Wenn du das einmal für dich annehmen kannst, dann hast du auch die Kraft, große Dinge in deinem Leben zu bewegen. Egal, ob du dich noch einmal neu orientieren willst, z.B. im Beruf, oder woanders leben willst.

Das Bewusstsein dafür, dass Herz und Verstand wirkungsvoll miteinander arbeiten können, gibt dir die Stärke, deine getroffene Entscheidung durchzuziehen.

Dein Leitsatz darf lauten:

Ich stelle meinen Verstand in den Dienst meines Herzens

Du kannst also unbesorgt immer deinem Herzen folgen. Deine Intuition leitet dich, Signale zeigen dir, dass du auf dem richtigen Weg bist, deine Wünsche erfüllen sich und dein Verstand hilft dir, die Pläne des Herzens umzusetzen.

Übrigens: Als ich letztes Jahr von einem Tag auf den anderen meinen Job in einer Großbank gekündigt habe, lief es genauso ab. Ich habe darauf vertraut, dass mein Herz mich in die richtige Richtung lenken wird. Und dass mein Verstand mir helfen wird, meine Vollzeit-Selbständigkeit aufzubauen. Und genauso lief es dann auch. Es geht also!

Viele Menschen machen aber leider genau das Gegenteil. Sie treffen Entscheidungen mit dem Verstand und wundern sich dann, dass sie immer wieder gegen Wände laufen und ihr Herz innerlich rebelliert. Wenn du auch gerade ein Thema mit dir herumschleppst, dann mache dir also deine innere „Rollenverteilung“ klar. Du sollst deinen Verstand nicht ausschalten. Aber folge deinen Wünschen und dem, was dir wirklich wichtig ist. Auch wenn es in Form eines Autobahnschilds in dein Leben gepurzelt kommt.

Ich bin gespannt, wie du das siehst. Hast du auch gerade eine große Entscheidung zu treffen? Erzähle davon gerne in den Kommentaren. 

(Photo by Flo Karr)

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Warum du unbedingt du selbst im Business sein solltest“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

 

Letztens traf ich meine beste Freundin aus Schulzeiten. Ganz spontan auf ein Glas Rotwein in unserer Heimatstadt. Die Zeit verging wie im Fluge, denn bei uns beiden war viel passiert und so brauchten wir etwas, bis wir die andere auf den neuesten Stand gebracht hatten. Meine Freundin erzählte von ihren zwei Kids, ihrem Mann und dem eigenen Haus. Ich erzählte von meinem Online-Business, meiner Yoga-Ausbildung und den letzten Dates. Merkst du was? Wir zwei haben komplett unterschiedliche Lebensrealitäten. Kind und Haus vs. Online-Business und Freiheit.

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