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Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Wie du es schaffst, das eigene Business als persönliche Chance zu sehen“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

Ganz ehrlich: Hättest du mich vor einigen Jahren nach meiner Lebensaufgabe gefragt, hätte ich nur mit den Schultern gezuckt und diese Frage wahrscheinlich auch etwas seltsam gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war ich tief versunken in meinem beruflichen Hamsterrad aus Deadlines, tausenden von Tasks und steigendem Stresslevel.

Danach passierte dann aber eine Sache, die ich im Nachhinein nur als Fingerzeig des Universums deuten kann: Ich kam auf einem Vortrag mit dem Thema Coaching in Verbindung und begann einen knappen Monat später bereits mit meiner Coaching-Ausbildung. Zum ersten Mal erlebte ich, dass ich total in meinem Element war. Nichts war mehr anstrengend. Und ich musste nicht funktionieren. Das gab mir zu denken. War womöglich noch ein anderer Lebensentwurf für mich drin, als der, den ich bis dahin gewählt hatte? Konnte es sein, dass Stress, Druck & Anstrengung gar nicht dauerhaft in meinem Leben sein mussten?

Wie lebt es sich ohne Lebensaufgabe?

Natürlich hätte ich mein Leben einfach so weiterleben können, wie ich es getan hatte. Aber ich hatte in der Coaching-Ausbildung etwas geschnuppert, was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht erlebt hatte. Ich erkannte erstmalig in meinem Leben einen tieferen Sinn für meine Persönlichkeit. Für die vielen, unterschiedlichen Jobs, die ich gemacht hatte. Und für das, was ich schon erlebt hatte.

Leben ohne Bewusstsein für die eigene Lebensaufgabe ist also Leben ohne einen besonderen Sinn.

Es fehlte der Tiefgang. Es fehlte ein Angebunden-sein-an-seinen-inneren-Kern.

Einige Jahre und Schicksalsschläge später hatte sich mein Denken grundlegend verändert. Es mag Menschen geben, die weniger stark innerlich danach streben, ihre einzigartige Aufgabe zu finden und diese auszuleben. Wenn du aber zu dem Typ Mensch gehörst, dem Sinn und Bedeutung generell wichtig sind im Leben, dann brauchst auch du Verständnis für deine Lebensaufgabe. Es ist weniger die Frage, ob du dich auf diesen Weg machst, sondern mehr, wann du bereit dafür bist.

So fühlt es sich an, wenn du deine Lebensaufgabe gefunden hast

An folgenden Punkten erkennst du, dass du auf dem richtigen Weg bist.

  • Wenn du dafür etwas tust, fällt es dir sehr leicht. Du spürst keine Anstrengung.
  • Du könntest stundenlang über dieses Thema reden und verstehst nicht, dass es andere nicht so sehr interessiert wie dich.
  • Du hast eine riesengroße Vision von deinem Leben und deinem Wirken in dieser Welt.
  • Du hast manchmal Angst vor dir selbst, weil du so unfassbar motiviert und überzeugt bist, von dem, was du tust.
  • Dein früheres Leben kommt dir klein, eingeschränkt und unfertig vor.
  • Dir ist bewusst, dass es früher auch gute Dinge gab, aber jetzt fühlt es sich für dich richtiger, stimmiger, besser, leichter, schöner und wertvoller an.
  • Du unterteilst dein Leben in ein „vorher“ und „nachher“.

Aber Achtung:
Nicht verzweifeln, nur weil du nicht jeden Tag motiviert bis unter die Haarspitzen bist und auch mal Tränen fließen. Das bedeutet nicht, dass du falsch unterwegs bist. Du darfst dir das einfach so vorstellen:  Du warst jahrzehntelang in einer Sache unterwegs, die dein Herz wenig oder gar nicht berührt hat. Jetzt erkennst du, für was du eigentlich geschaffen bist und was du der Welt von dir geben willst, und springst mit einem riesengroßen Sprung aus deiner gewohnten Komfortzone raus. Und das bedeutet: Ängste, Zweifel und innere Blockaden tauchen auf. Dein Ego schickt dir diese, um dich in dem gewohnten Verhalten zu halten. Auch wenn dieses nicht besonders förderlich für dich ist.

Fokussiere dich nicht darauf. Sondern spüre, was mit dir passiert, wenn du mit deiner Bestimmung verbunden bist. Hüpft dein Herz? Kribbelt es im Bauch oder in den Füßen? Schwappt eine Welle von innerer Freude durch deinen Körper? Dann bist du genau richtig :-)

Wenn du dich entscheidest, deine Lebensaufgabe zu finden

Meine tiefste Überzeugung ist: Jeder Mensch ist für eine bestimmte Sache geboren. Diese Sache kannst nur du besonders gut. Und nur du kannst sie in dieser einzigartigen Art und Weise ausführen.

Seine Lebensaufgabe zu leben bedeutet:

  • Auflösung der eigenen, gefühlten Begrenzung
  • Pure Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung
  • Etwas Sinnvolles mit den Gaben zu tun, die dir mit deiner Geburt mitgegeben wurden

Deine Lebensaufgabe muss dabei nicht zwingend etwas mit deinem Beruf zu tun haben. Vielleicht findest du deine Erfüllung auch in deinem Privatleben, in einem Ehrenamt, hast mehrere Jobs oder konzentrierst dich auf ein Hobby. Vielleicht spürst du auch, dass sich diese Sache nicht in einem klassischen Angestelltenjob finden lässt.

Wie kannst du starten?

Tatsächlich steht und fällt alles mit deiner inneren Entscheidung:

Ja, ich mache mich auf den Weg.

Ja, ich erlaube mir, groß zu denken.

Ja, ich fange einfach an.

Ja, ich vertraue darauf, dass ich meine Lebensaufgabe finde.

Ja, ich nehme Kontakt zu meinem Herzen auf.

Wie gehst du vor?

Lasse die Suche nach deiner Lebensaufgabe im Herzen wirken, z.B. durch Meditation oder Schreiben. Aber überhöhe das Ganze nicht oder setz dich gar unter Druck („ich muss jetzt meine Lebensaufgabe finden“). Damit ist deine Suche im Verstand. Dieser aber wird dir dabei nicht weiterhelfen.

Suche den roten Faden in deiner Biographie:

Was hast du immer schon gerne gemacht (unabhängig von Geld)?

Was würdest du tun, wenn du kein Geld verdienen müsstest?

Was ist dir schon immer zugefallen, ohne dass du viel dafür tun musstest?

Was treibt dich morgens an, aus dem Bett zu steigen?

Woran erkennst du, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist?

Nicht immer können wir uns „frei“ dafür entscheiden, uns auf die Suche zu machen. Wenn du dir selbst lange genug aus dem Weg gehst und nicht auf dein Inneres hörst, braucht es manchmal eine Krise, wie z.B. eine Krankheit, Trennung oder Mobbing auf der Arbeit. Diese Signale weisen dir den Weg, den du gehen solltest.

Tatsächlich erkennst du den richtigen Zeitpunkt in deinem Herzen. Es ist wichtig, dass du auf deine innere Stimme hörst und sie nicht verdrängst.

Zum Thema „Lebensaufgabe finden“ gebe ich dir in diesem Video einen persönlichen Input.

 

 

Warum jeder sich auf den Weg machen sollte, seine Lebensaufgabe zu finden | FB Live vom 23.04.2018

 

Beliebte „Fehler“ bei der Suche nach der Lebensaufgabe

  • Perfektionismus
  • Druck
  • Wunsch aus dem Verstand, alles genau wissen zu wollen
  • Exakte Planung
  • Bedürfnis nach Kontrolle
  • Kein Kontakt mit der Welt, z.B. Feedback und Austausch

Die schönste Möglichkeit, deine Lebensaufgabe zu leben: Die Selbständigkeit

Die Selbständigkeit ist das schönste Mittel, um deine Kraft aus dir herauszuholen und sie der Welt zu zeigen. Du hast 100 % Freiheit und kannst dein Business exakt so ausrichten, wie du es brauchst (wenn du dabei die eine oder andere Business-Regel anwendest).

Wichtig ist, wenn du mit der Selbständigkeit liebäugelst: Solange du nicht sichtbar bist, keine Kunden hast und dein Angebot nicht zeigst, bekommst du auch keine Resonanz von der Welt. Feedback und Resonanz sind aber unheimlich wichtig, damit du deinen Weg erkennst und gehen kannst. Aus Feedback lernst du und entwickelst sukzessive dein Business weiter, bis es 100 pro zu dir passt.

Wie weit bist du auf der Suche nach deiner Lebensaufgabe? Hast du sie schon gefunden? Wie bist du vorgegangen?

Ich freue mich auf deinen Kommentar hier auf meinem Blog.

(Photo by Hanneke Laaning )

Inner Balance Business Foundation

Das etwas andere Business-Programm für alle, die wirklich mit dem, was sie lieben, erfolgreich sein wollen

 

 

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Wie Vision & Ziele gut miteinander harmonieren und du richtig durchstartest“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

 

Für mich war früh klar, dass ich eines Tages selbständig sein will. Ich wollte immer schon machen, was ich richtig finde und was mir wertvoll erscheint. Vor 2 Jahren war es dann soweit. Ich ging meine ersten Schritte in die nebenberufliche Selbständigkeit. Anfangs noch neben dem Vollzeit-Job – morgens, abends, am Wochenende und im Urlaub.

Als Angestellte nebenbei selbständig sein – das war in vielerlei Hinsicht eine wahnsinnig intensive Zeit für mich. Zwei Jobs zu haben – die Selbständigkeit zu wollen, es sich aber nicht so richtig einzugestehen. Und bei der Festanstellung zu denken, es noch zu wollen und auch zu brauchen. Mein Angestelltenjob machte mir noch Spaß, auch wenn ich nicht mehr mit dem Herzen dabei war. Und dann das Thema Sicherheit und so! Wahnsinn, was da alles innerlich bei mir abging.

Als ich dann nebenberuflich gründete, hatte ich echt keine Ahnung.

Ich

hatte

keinen

blassen

Schimmer …

… was mich wirklich erwarten würde.

Obwohl ich mehr als 5 Jahre nebenberuflich studiert habe und damit in Belastungssituationen echt kampferprobt war, habe ich das Ding mit dem eigenen Business volles Mett unterschätzt. Irgendwie dachte ich: Es wird schon funktionieren. Tat es ja auch irgendwie. Aber das geht sicherlich einfacher :-)

Was war das Problem?

Ich habe den Aufwand massiv unterschätzt, den es braucht, um ein Unternehmen aufzuziehen. Gleichzeitig habe ich überschätzt, wie viel Kraft, Energie und Ausdauer ich selbst haben würde, um das allein durchzuziehen.

Anfangs stapelten sich die To-Do’s und meine Unkenntnis darüber, was wichtig und dringend ist. Das führte dazu, dass ich zwar schwer beschäftigt war, aber einfach irgendwas tat. Nur eben nicht unbedingt das, was sinnvoll war. So kam ich stellenweise total schnell voran, manchmal aber auch nur schleppend langsam. Gerade in Zeiten, wo ich langsam war, überfielen mich dann regelmäßig die Demotivation, Frust und Selbstzweifel.

War das normal, dass das alles so langsam ging?

Machte ich was falsch?

Waren die anderen schneller, besser, fokussierter als ich?

Wie ich heute weiß, sind diese Zweifel ganz normal. Aber damals habe ich mich manchmal ganz schön doof damit gefühlt.

Befeuert wurden die schlechten Gefühle dadurch, dass ich ja wirklich faktisch wenig Zeit hatte, meine Selbständigkeit aufzubauen. Ich arbeitete Vollzeit. Ich verbrachte weitere 2 Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln, um zur Arbeit zu kommen. Zudem war ich frisch umgezogen und noch nicht ganz heimisch in der neuen Umgebung.

Umso wichtiger wäre es gewesen, ein klares Ziel zu setzen und das Richtige zu tun, um überhaupt voranzukommen. Aber woher sollte ich wissen, was das ist? Mein BWL-Studium war und ist sicherlich hilfreich. Aber das Studium gab mir höchstens den ungefähren Rahmen vor. Die Details musste ich allein suchen.

Natürlich informierte ich mich im Internet. Ich stieß dabei auf alle möglichen Menschen, die mir versprachen, mir beim Business-Aufbau zu helfen. Aber irgendwie funktionierte das für mich auch nicht. Es wurde zu viel über Marketingstrategien gesprochen. Und zu wenig darüber, was es mit einem selbst macht, wenn man dem (vermeintlich) sicheren Hafen der Festanstellung den Rücken zukehrt. Es wurde ein Tempo vorgegeben, das für Vollzeit-Gründer ausgelegt war. Und das zu wenig berücksichtigte, dass ich nur ein sehr knappes Zeitfenster hatte, um überhaupt was für meine Selbständigkeit zu machen.

Es kam, wie es kommen musste

Nach einigen Monaten hatte ich mich total vertüddelt. Ich hatte zwar Kunden. Und es lief ganz gut. Aber mein berufliches Leben war ein einziges Gebilde aus „ich muss“ geworden. Anstatt mich auf mich, meine Kernkompetenzen, meine Werte und meine Fähigkeiten zu konzentrieren, hatte ich mich komplett im Außen verloren. Ich folgte irgendwelchen Strategien und verpasste, zu überprüfen, ob sie überhaupt zu mir passten. Das setzte mich so tierisch unter Stress, so dass ich die Freude am Coachen verlor. Zu dieser Zeit wurde ich dann auch schwer krank und bekam so vom Leben den Freiraum geschenkt, meine Entscheidungen kritisch zu überprüfen.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass mir meine Erkrankung eine berufliche Auszeit verpasst hat. So konnte ich mich strategisch noch einmal neu aufstellen und mein Business wirklich von innen nach außen entwickeln. (Hier kannst du nachlesen, wie mein Business-Jahr 2017 verlaufen ist.) Und in dieser Zeit lernte ich auch, wirklich auf meine Bedürfnisse und Prinzipien zu hören. Sie nicht bei erstbester Gelegenheit über Bord zu schmeißen, nur weil jemand mir dazu geraten hat.

Und ich machte Bekanntschaft mit sechs wichtigen Feldern, die in der Selbständigkeit immer wichtig sind. Die in der nebenberuflichen Selbständigkeit darüber entscheiden können, ob du erfolgreich bist oder nicht. Ob du mit Energie und Freude durch die Zeit des Business-Aufbaus gehst oder nicht.

6 Erfolgs-Tipps für das nebenbei selbständig sein

Das Unternehmen „Selbständigkeit“ ist für die meisten Festangestellten nämlich ein riesiger Schritt. Es kommt massig viel Arbeit auf dich zu. Und ganz häufig wirst du nicht wissen, was du wann tun sollst. Wenn dann noch die Kunden ausbleiben, wird aus der Selbständigkeit ganz schnell nur ein besseres Hobby. Und du kommst nie in die Phase, dass du aus deinem Hobby ein wirkliches Business mit Geschäftsmodell, Kunden und Umsatz machst.

Durch die Doppelbelastung aus Hauptjob und der nebenberuflichen Selbständigkeit brauchst du absolute Klarheit über deine Zeit und deine Prioritäten. Insbesondere in der Phase der Neugründung kommt es sonst schnell zu einem Zustand, den du aus deiner Festanstellung kennst und eigentlich vermeiden willst: Überlastung. Stress. Druck. Anspannung. Fehlende Freude. Schwindender Optimismus.

Und du brauchst eine gute Kenntnis darüber, wie du dich selbst wieder stabilisieren kannst – wenn es nämlich doch mal zu viel geworden ist mit den zwei Jobs.

Folgende Tipps helfen dir dabei, nebenbei selbständig zu sein – ohne auszubrennen.

Sorge gut für dich

Erster und wichtigster Tipp ist, dass du immer gut für dich sorgst. Das hat einen ganz einfachen Grund. Wenn es dir nicht gut geht, dann gibt es auch dein Business nicht. Im Noch-Hauptjob gibt es die Lohnfortzahlung und das Krankengeld. Wenn du nebenbei noch selbständig bist, hast du das nicht. Also achte auf genügend Schlaf, gesunde Nahrung und viel Wasser. Reduziere Alkohol, Kaffee und sonstige Drogen ;-) Gehe regelmäßig raus in die Natur und tanke auf. Sitze nicht nur vor dem Schreibtisch. Baue regelmäßig Erholungspausen ein, wenn du arbeitest. Dein Körper wird es dir danken!

Finde dein Warum

Warum machst du den ganzen Spaß überhaupt? Es wäre doch viel einfacher, du bleibst in deiner gesicherten Festanstellung?! Was treibt dich an, diesen Weg zu gehen? Was willst du der Welt von dir zeigen? Was möchtest du in der Welt verändern? Was sind deine Ideale dahinter? Mach dir dazu Gedanken, am besten schriftlich. Und rufe dir deine individuellen Gründe immer wieder ins Gedächtnis. Mache dir ein Vision Board, in dem du deine Vision vom (Berufs-)Leben bildlich festhältst. Du wirst merken, dass eine klare Vision dir immer wieder die Kraft gibt, weiterzugehen und den nächsten Schritt zu tun.

Lege die Prioritäten fest

Ein Tag hat für jeden von uns 24 Stunden. Wenn du schon nebenbei selbständig bist, dann weißt du, wie wertvoll Zeit ist. Wenn du den Wunsch hast, irgendwann vom Noch-Hauptjob in die volle Selbständigkeit zu wechseln und davon auch leben zu können, sollte du dafür eine entsprechend hohe Priorität vergeben. Idealerweise steht deine Selbständigkeit auf Platz 1 oder 2. Natürlich kannst du auch daran arbeiten, wenn es Platz 4 oder 5 ist. Aber wenn alles andere davor kommt, dann wird es auch entsprechend länger dauern und die Gefahr des Scheiterns ist höher.

Ich weiß, es gibt im Leben Rahmenbedingungen, die uns unabänderlich erscheinen. Arbeitszeiten, Anfahrtswege, Versorgung der Kinder, Haushalt etc. Wenn du aber einiges davon in deinem Leben hast und nichts davon reduzierst, könnte es schwierig werden mit deiner Selbständigkeit. Also schau einmal kritisch drauf, ob wirklich alles in deinem Leben sein muss, was du gerade erledigst. Wer könnte dich (ggf. übergangsweise) unterstützen? Was könntest du vielleicht outsourcen (Steuer, Haushalt, Gartenpflege etc.)? Auch wenn dies Geld kostet, sieh es als Invest in dein Business. Damit setzt du das Signal, dass dir das wirklich wichtig ist, und gibst damit auch diese Energie in die Welt.

Finde und nutze Freiräume

Das bedeutet übrigens auch, dass du deine Zeiten effektiv nutzt. Ständiges Fernsehen oder belanglose Treffen mit Menschen, die dich eh nicht verstehen, sollten überprüft werden. Schau genau hin, welche Tätigkeiten du parallelisieren kannst. Podcast-Episoden zu den neuesten Marketing-Tipps im Auto, Social Media Marketing in der S-Bahn. Bestimmt fällt dir noch mehr ein. Achte aber bitte auch darauf, dass du auch Zeit nur für dich hast, in der du nicht arbeitest (siehe Punkt 1). Und mache in dieser Zeit auch wirklich nichts. Idealerweise bietet sich hier der Morgen an, wenn noch alles schläft. Was morgens der genialste Start in den Tag ist, verrate ich dir in diesem Artikel.

Baue dir ein Netzwerk auf

Verbinde dich von Anfang an mit Menschen, die an gleicher Stelle stehen wie du, und Menschen, die schon dort sind, wo du hin willst. Fühle dich ein in diese neue Welt. Sauge alles auf, was du lernen kannst. Gib alles, was du kannst. Und profitiere von den Power-Strategien anderer, die sich mit einem Thema schon länger auseinandersetzen als du. Tausche dich mit Gleichgesinnten in Facebook-Gruppen aus. Aktuell biete ich keine öffentliche Facebook-Gruppe an. Wenn sich das ändert, erfährst du es als erstes hier.

Schaffe dir Erfolgserlebnisse 

Ganz häufig erlebe ich, dass bei Business-Start jemand monatelang (jahrelang) damit beschäftigt ist, seine Website zu entwickeln. In dieser Zeit gibt es kein Angebot, keine Kunden, keinen Umsatz. Strenggenommen bist du dann auch nicht selbständig. Im Kopf wird die eigene Website als Startschuss in das eigene Business gesehen.

Und das ist falsch. Der Startschuss ist dann, wenn du ihn dir gibst.

Versteh mich nicht falsch: Deine Internetpräsenz ist wichtig. Aber ein Angebot, Kunden und Umsatz kannst du auch ohne Website haben. Versteck dich also nicht hinter deiner Website, wenn es darum geht, dein Angebot zu formulieren und zu verkaufen. Think big. Fühle dich von Anfang an als Unternehmer*in.

Sobald Dein Businessmodell halbwegs steht, suche dir sofort Kunden. Probiere aus, schärfe dein Angebot und das, wofür du stehst. Das alles vereinfacht es auch, deine Website zu texten. Die Erstellung der eigenen Seite dauert nämlich oft so lange, weil keine Klarheit da ist, was du eigentlich wem anbieten willst. Sobald du dein Angebot verkaufst (auch wenn es noch nicht ganz ausgereift ist), schaffst du dir damit Erfolgserlebnisse. Diese wiederum helfen dir, bei der Stange zu bleiben – auch wenn es neben dem Hauptjob mal hart ist, dranzubleiben und weiterzumachen.

Investiere in dich und deinen Traum

Eine Sache möchte ich noch betonen, die ich selbst ebenfalls unterschätzt habe.

Selbständig sein kannst und musst du lernen!

Es ist eine komplett andere Art des Arbeitens als in der Festanstellung. Auch in der Phase „dazwischen“, wo du dich mit zwei Jobs rumschlägst, schnupperst du schon die neue Luft als Selbständige. Und das macht was mit dir. Du beginnst dich zu verändern.

Aber es dauert. Denn du hängst noch mit einem Fuß in der alten Welt. Und der Fuß beeinflusst massiv deine Gedanken. Auch und gerade über das, was kommt. Deine Nase zeigt schon in die Richtung der neuen Welt. Und du merkst, auch wenn du es dir vielleicht nicht gleich eingestehst, dass du in dieser neuen Welt eine neue Herangehensweise brauchst. Probleme aussitzen, weil sich schon irgendwer drum kümmern wird, funktioniert hier nicht mehr.

Als Selbständige – auch wenn du nebenbei selbständig sein willst – brauchst du 100 % Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Deswegen solltest du von Anfang üben, genauso zu denken und zu handeln. Dies nenne ich, ein Unternehmer-Mindset zu entwickeln. Das hilft dir übrigens auch in der Angestelltenwelt. Und in deinem ganzen Leben. Denn es bedeutet, in die volle Eigenverantwortung zu gehen, dir dein Leben selbst zu kreieren und dich aus Mechanismen zu befreien, die dich behindern.

Das ist Selbstwirksamkeit pur!

Da so ein Unternehmer-Mindset nicht vom Himmel fällt bzw. trainiert werden muss, empfehle ich dir: Suche dir Begleitung durch einen erfahrenen Business Coach und Mentor. Damit wählst du nicht nur die Abkürzung. Du sicherst dein beginnendes Unternehmen auch ab. Du investierst und richtest dich innerlich auf Erfolg aus. Damit gibst du ein entsprechendes Signal ins Universum, welches belohnt werden wird.

Ein Sparringspartner ist in dieser Phase idealerweise immer für dich erreichbar und sorgt für Struktur, sanfte Arschtritte und Verständnis. Er hilft dir außerdem, deine eigenen blockierenden Überzeugungen aufzudecken, zu transformieren und dir nicht selbst im Weg zu stehen. Das ist übrigens nichts Schlimmes und geht uns allen ähnlich, wenn wir uns auf diesen Weg machen.

Welche Erfahrungen hast du in deiner nebenberuflichen Selbständigkeit gemacht? Schreib mal in die Kommentare, wie es dir damit ergangen ist und wo du gerade stehst. Ich freue mich :-)

(Photo by Christin Hume)