In meiner Facebook-Community wurde ich vor einiger Zeit gefragt „Wie viele Stunden sollte ich pro Woche in mein nebenberufliches Business investieren?“. Über die Frage war ich fast ein wenig erschrocken. Denn Businessaufbau sollte Spaß machen und im Flow stattfinden. Ein „hartes Muss“ à la „Wenn ich nicht mindestens x Stunden pro Woche, dann wird das eh nichts“ ist absolut nicht förderlich.

Aber ich kann gut verstehen, woher diese Sicht kommt. Aus der Angestellten-Welt kennen wir folgende Überlegung: Wer 40 Stunden pro Woche arbeitet, leistet mehr als jemand, der nur 25 Stunden arbeitet, und ist deswegen auch mehr wert. Denn warum sonst sind Teilzeitstellen immer noch unbeliebt bei Chefs und Management und gestalten sich in Bezug auf die Karriere als „Teilzeit-Falle“?

Im eigenen Business gilt diese Formel aber nicht. Sorry. Not sorry ?

Was als Angestellter häufig geht – unwichtige Dinge zu tun, aufzuschieben und mehr Kaffee zu trinken als produktiv zu sein, rächt sich in der Selbständigkeit extrem schnell. Denn als Solo-Unternehmer*in geht es einzig und allein darum, ob Du die richtigen Dinge tust oder nicht.

Die gute Nachricht ist also: Es ist nicht wichtig, wie viele Stunden Du pro Woche in Deinem Business arbeitest. Die schlechte Nachricht ist: Ohne Dranbleiben und regelmäßiges Tun geht es auch nicht.

So bringst Du Dein Business auch dann zum Erfolg, wenn Du wenig Zeit hast

4) Tue

3) täglich

2) die richtigen Dinge

1) mit dem richtigen Fokus.

Ganz easy ?

Was bedeutet das?

1) Fokus

Häufig ist uns nicht bewusst, welchen Fokus wir unbewusst für unser Business setzen. Das eigene Business nimmt dann – neben Hauptjob, Familie, Kindern, Partnerschaft, der Pflege der Eltern, Haushalt, Freunden, Sport etc. – ungefähr Platz 78 ein. Und wir wundern uns dann, wenn alles wichtiger ist als das eigene Business, warum wir nicht vorankommen. Und auch keinen rechten Elan verspüren.

Deswegen ist es entscheidend, dass Du den Fokus

a) generell ganz bewusst auf Dein Business lenkst: Warum tust Du das überhaupt? Was bringt es Dir?

und

b) die nächsten Prioritäten klar setzt: Was ist jetzt wirklich wichtig? Was bringt mich voran?

Da Zeit ein extrem knapper Faktor ist, darfst Du ein für Dich passendes System entwickeln, wann und wo Du für Dein Business arbeitest. Das ist höchst individuell, aber immens wichtig.

Mach Dir als erstes bewusst, wie wichtig Dein Business für Dich ist. Dein Business sollte mindestens Priorität 3 in Deinem Leben einnehmen. Ansonsten kommst Du so schleppend voran, dass Dir unterwegs die Puste ausbleibt und Du irgendwann aufgibst. Mir ist vollkommen klar, dass es viele Dinge gibt, die einen großen Raum in Deinem Leben einnehmen könnten (wie Familie etc.).

Aber: Für die Zeit des (nebenberuflichen) Businessaufbaus solltest Du hierfür von Anfang an Regelungen treffen. Wenn Du keine Lösungen findest, die Dir Raum verschaffen, so wird sich schnell Frust bei Dir breit machen und ggf. lässt Du das gesamte Projekt sein. Und das wäre sehr schade! Also, suche nach Möglichkeiten, die Dich entlasten bzw. Dir Zeit für Dein Business-Baby geben.

Hier ein paar Ideen, wie Du mehr Freiräume für Deinen Businessaufbau findest:

  • Teilzeit beantragen
  • Au Pair einstellen
  • Haushaltshilfe besorgen
  • Kinder mehr machen lassen
  • Partner bitten, mehr zu unterstützen (dafür revanchierst Du Dich irgendwann)
  • Perfektionismus runterschrauben (weniger Bügeln, mehr einfaches Essen, nur noch 1x in 2 Wochen wischen)
  • Freie Zeiten nutzen, wie z.B. im Auto oder in der U-Bahn
  • Freundschaften für einen begrenzten Zeitraum zurückstellen

Du kannst nicht alles gleichzeitig machen. Wenn Du den Businessaufbau einfach nur „drauf addierst“, wird das sehr anstrengend für Dich werden.

2) Die richtigen Dinge

Oftmals denken wir bei Businessaufbau nur an das, was wir „tun“ müssen. Keine Frage, das Tun ist mega wichtig. Aber es gibt auch andere Bereiche, die Du erledigen solltest, damit Dein Business sich gut entwickelt.

Die richtigen Dinge für Deinen Businessaufbau lassen sich in 3 Kategorien einteilen:

1) Business Making Activities: Hiermit sind alle „Hand On“-Aktivitäten gemeint, bei denen Du wirklich etwas (er)schaffst und die Du am Business erledigst, z. B. Website zu texten, Marketing zu betreiben etc.

2) Mindset: Hiermit sind alle „unterstützenden“ Tätigkeiten gemeint, die Du bewusst (!!) innerlich betreibst, um in Deine Aufgabe als Unternehmer*in hinein zu wachsen. Dazu gehören z. B. tägliches Journaling, Meditation und Weiterbildung in diesem Bereich.

3) Community & Networking: Die meisten Neu-Selbständigen haben einen Freundes- und Bekanntenkreis, der nicht (!!) mehr (!!!) die gleiche Vision vom Leben teilt wie sie selbst (Lese hier, warum es so wichtig ist, sich Gleichgesinnte zu suchen).  Es ist deswegen unerlässlich, dass Du Dich mit Menschen vernetzt, die das Gleiche wollen wie Du, und dass Du von Menschen lernst, die das, was Du willst (z. B. die Vollzeit-Selbständigkeit) bereits erreicht haben.

Mach Dir also bewusst: Du kannst jede Aufgabe, die in Deinem Kopf herumschwirrt, in eine der drei Kategorien einteilen. Jeder der drei Bereiche sollte in etwa gleich bearbeitet werden. Ein Gleichgewicht ist dabei sehr wichtig.

Folgende Beispiele zeigen, was ungünstig ist

Wenn Du nur in Facebook-Gruppen rumhängst und Deine innere To-Do-Liste immer länger wird, Du aber nie Zeit hast, sie abzuarbeiten, dann kommst Du im Tun nicht voran.

Wenn Du nur am Rödeln, Machen und Tun bist, aber null in Verbindung mit anderen Menschen stehst und Angst hast, Dich mit Deinem Angebot zu zeigen, dann hast Du Dein Mindset nicht genügend weiterentwickelt.

Wenn Du nur am Schreiben, Meditieren und Weiterbilden bist, und immer noch neue Dinge suchst, wo Du unbedingt noch wachsen musst, bevor Du xyz tun kannst, dann fehlt Dir das konkrete Tun im Außen als Verfestigung Deines neuen Seins.

So planst Du stattdessen Deine Ziele

  • Setze Dir Tages-, Wochen- und Monatsplanungen. (Später auch länger in die Zukunft reichende Planungen)
  • Setze Dir Ziele, z. B. auf Wochenbasis (Du kannst diese Ziele montags in einer Facebook-Community teilen und am Freitag erzählen, wie Du sie erreicht hast. Öffentliches Verschriftlichen führt zu Commitment).
  • Überlege Dir genau, was Du erreichen willst. Unterteile Deine Ziele in die drei Kategorien. Hast Du alle Kategorien bedacht? Welche Kategorie fällt immer „hinten runter“? Darauf solltest Du Dein Augenmerk richten und hierfür weitere Ziele festlegen.
  • Halte Dich an Deine Ziele ?

 

3) Täglich

Mache Dir bewusst, dass Dein Businessaufbau kein Sprint, sondern ein Marathon ist. Das heißt, dass Kontinuität und Disziplin sehr stark über Deinen Erfolg entscheiden. Wer nur unregelmäßig tut und sichtbar ist, braucht sich nicht wundern, wenn der Erfolg sich nur sehr schleppend einstellt.

Tägliches Tun führt dazu, dass Dein Business schnell zur Routine wird. Und Routine ist in diesem Fall sehr gut. Du gewöhnst Dich daran, dass es ein fester Bestandteil Deines Lebens ist. Wenn Du dran gewöhnt bist, täglich zu tun, fühlt sich das bald ganz normal an. Wenn Du dann mal einen Tag nicht tust, wird Dir schnell was fehlen.

Schaue als erstes, wann Du gut an Deinem Business arbeiten kannst.

  • Morgens vor der Arbeit, in Du z. B. den Wecker 30 – 60 Minuten früher stellst?
  • In der Mittagspause, in dem Du die langweiligen Dates mit Kollegen ab sofort ausfallen lässt?
  • Abends nach Feierabend, wenn der Partner auf dem Sofa Netflix schaut?
  • Am Wochenende, wenn endlich mal Ruhe und Zeit ist?
  • Zwischendurch, wenn der Hauptjob Pausen zulässt?

Sei unbedingt auch kreativ, was die Wahl Deines Arbeitsortes zulässt. Viele Aufgaben, insbesondere aus den Kategorien Community & Networking und Mindset, brauchen keinen Schreibtisch. Auch Social Media Posts lassen sich z. B. wunderbar über das Mobilgerät machen.

Weitere Ideen, Deine Arbeit zu erleichtern:

  • Dokumentiere Deinen Tag in Social Media. So bist Du unterwegs, aber trotzdem präsent für Deine Follower.
  • Viele hilfreiche Tools, wie Trello, Evernote und Dropbox, gibt es auch als App. Es ist vielleicht ein kleines bisschen umständlicher, aber Deine Planung kannst Du via Trello auch auf dem Handy machen.
  • Wenn Du Content Ideen hast und keinen Stift und Zettel dabei, dann sprich sie Dir einfach in eine Diktier-App.
  • Du solltest aber auch immer was zu schreiben dabei haben ?
  • Setze vor Autofahrten die bewusste Intention, zu welchem Thema Du eine Lösung finden willst. Zum Beispiel lassen sich die Fragen: Wer ist meine Zielgruppe? Welches Produkt will ich als nächstes launchen? Wunderbar auch erstmal „nur“ durchdenken.
  • Statt Musik höre Business-Podcast-Episoden und bilde Dich weiter (aber nicht wahllos, sondern zu den geplanten Zielen)
  • Sei jeden Tag während der Öffi-Fahrt zur Arbeit in Deinen liebsten Facebook-Gruppen unterwegs und zeige Präsenz.

Und täglich Tun heißt nicht, dass es Stunden sein müssen. Klar, mehr ist meist besser. Aber es gilt eben nicht die Regel aus dem Angestelltenjob, sondern viel wichtiger ist, dass Du Deine täglichen Ziele mit Liebe (!!!) – und übrigens ohne Druck – umsetzt.

4) Tun

Wenn Du nun weißt, wo Dein Fokus und Deine Prioritäten liegen, was Deine Ziele sind und wann die sie täglich unterbringen kannst, geht es ans Umsetzen.

Folgende innere Haltung bietet sich an, wenn Du Dein Mindset auf Tun umprogrammieren willst:

  • Einfach machen.
  • Better done than perfect.
  • Nutze Deine fehlende Bekanntheit dafür, Fehler zu machen.
  • Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (Jaa, selten gibt es auch Sprichwörter, die nützlich sein können)

Du siehst also, es gibt MILLIONEN von Tipps und Tricks, die Dir helfen, Dein Business aufzubauen, auch wenn Du wenig Zeit hast. Finde die heraus, die für Dich am besten funktionieren.

Der Special Tipp

Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung ist gold wert und wird Dich – wenn Du Dich daran hältst – meilenweit nach vorne bringen. Dennoch habe ich noch einen Special Tipp für Dich:

Ausnahmen dürfen mal sein.

Es geht hier nicht um falsch verstandenen Druck, Zwang oder Arbeiten, bis der Arzt kommt. Das Leben ist unberechenbar und darauf solltest Du flexibel reagieren. Wenn zu Hause alle die Grippe haben und sich die Dreckwäsche 3 m nach oben stapelt, setzt Du mal 2 Tage aus. Das ist ok.

Aber (!!)

Finde bitte nicht jeden Tag eine neue Ausrede, warum Du genau heute nicht kannst. Wenn Du mal einen Tag ausgesetzt hast, startest Du am nächsten Tag einfach wieder von vorne bzw. machst da weiter, wo Du aufgehört hast. Ohne nachzudenken. Einfach tun. Alles andere wäre Selbstbetrug, ok?

So, und jetzt erzähle mal: Was ist Dein heißester Tipp, ein Business aufzubauen, wenn man wenig Zeit hat? Schreib es in die Kommentare. Ich freue mich ?

(Photo by Kinga Cichewicz on Unsplash)

Für mich war früh klar, dass ich eines Tages selbständig sein will. Ich wollte immer schon machen, was ich richtig finde und was mir wertvoll erscheint. Vor 2 Jahren war es dann soweit. Ich ging meine ersten Schritte in die nebenberufliche Selbständigkeit. Anfangs noch neben dem Vollzeit-Job – morgens, abends, am Wochenende und im Urlaub.

Als Angestellte nebenbei selbständig sein – das war in vielerlei Hinsicht eine wahnsinnig intensive Zeit für mich. Zwei Jobs zu haben – die Selbständigkeit zu wollen, es sich aber nicht so richtig einzugestehen. Und bei der Festanstellung zu denken, es noch zu wollen und auch zu brauchen. Mein Angestelltenjob machte mir noch Spaß, auch wenn ich nicht mehr mit dem Herzen dabei war. Und dann das Thema Sicherheit und so! Wahnsinn, was da alles innerlich bei mir abging.

Als ich dann nebenberuflich gründete, hatte ich echt keine Ahnung.

Ich

hatte

keinen

blassen

Schimmer …

… was mich wirklich erwarten würde.

Obwohl ich mehr als 5 Jahre nebenberuflich studiert habe und damit in Belastungssituationen echt kampferprobt war, habe ich das Ding mit dem eigenen Business volles Mett unterschätzt. Irgendwie dachte ich: Es wird schon funktionieren. Tat es ja auch irgendwie. Aber das geht sicherlich einfacher :-)

Was war das Problem?

Ich habe den Aufwand massiv unterschätzt, den es braucht, um ein Unternehmen aufzuziehen. Gleichzeitig habe ich überschätzt, wie viel Kraft, Energie und Ausdauer ich selbst haben würde, um das allein durchzuziehen.

Anfangs stapelten sich die To-Do’s und meine Unkenntnis darüber, was wichtig und dringend ist. Das führte dazu, dass ich zwar schwer beschäftigt war, aber einfach irgendwas tat. Nur eben nicht unbedingt das, was sinnvoll war. So kam ich stellenweise total schnell voran, manchmal aber auch nur schleppend langsam. Gerade in Zeiten, wo ich langsam war, überfielen mich dann regelmäßig die Demotivation, Frust und Selbstzweifel.

War das normal, dass das alles so langsam ging?

Machte ich was falsch?

Waren die anderen schneller, besser, fokussierter als ich?

Wie ich heute weiß, sind diese Zweifel ganz normal. Aber damals habe ich mich manchmal ganz schön doof damit gefühlt.

Befeuert wurden die schlechten Gefühle dadurch, dass ich ja wirklich faktisch wenig Zeit hatte, meine Selbständigkeit aufzubauen. Ich arbeitete Vollzeit. Ich verbrachte weitere 2 Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln, um zur Arbeit zu kommen. Zudem war ich frisch umgezogen und noch nicht ganz heimisch in der neuen Umgebung.

Umso wichtiger wäre es gewesen, ein klares Ziel zu setzen und das Richtige zu tun, um überhaupt voranzukommen. Aber woher sollte ich wissen, was das ist? Mein BWL-Studium war und ist sicherlich hilfreich. Aber das Studium gab mir höchstens den ungefähren Rahmen vor. Die Details musste ich allein suchen.

Natürlich informierte ich mich im Internet. Ich stieß dabei auf alle möglichen Menschen, die mir versprachen, mir beim Business-Aufbau zu helfen. Aber irgendwie funktionierte das für mich auch nicht. Es wurde zu viel über Marketingstrategien gesprochen. Und zu wenig darüber, was es mit einem selbst macht, wenn man dem (vermeintlich) sicheren Hafen der Festanstellung den Rücken zukehrt. Es wurde ein Tempo vorgegeben, das für Vollzeit-Gründer ausgelegt war. Und das zu wenig berücksichtigte, dass ich nur ein sehr knappes Zeitfenster hatte, um überhaupt was für meine Selbständigkeit zu machen.

Es kam, wie es kommen musste

Nach einigen Monaten hatte ich mich total vertüddelt. Ich hatte zwar Kunden. Und es lief ganz gut. Aber mein berufliches Leben war ein einziges Gebilde aus „ich muss“ geworden. Anstatt mich auf mich, meine Kernkompetenzen, meine Werte und meine Fähigkeiten zu konzentrieren, hatte ich mich komplett im Außen verloren. Ich folgte irgendwelchen Strategien und verpasste, zu überprüfen, ob sie überhaupt zu mir passten. Das setzte mich so tierisch unter Stress, so dass ich die Freude am Coachen verlor. Zu dieser Zeit wurde ich dann auch schwer krank und bekam so vom Leben den Freiraum geschenkt, meine Entscheidungen kritisch zu überprüfen.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass mir meine Erkrankung eine berufliche Auszeit verpasst hat. So konnte ich mich strategisch noch einmal neu aufstellen und mein Business wirklich von innen nach außen entwickeln. (Hier kannst Du nachlesen, wie mein Business-Jahr 2017 verlaufen ist.) Und in dieser Zeit lernte ich auch, wirklich auf meine Bedürfnisse und Prinzipien zu hören. Sie nicht bei erstbester Gelegenheit über Bord zu schmeißen, nur weil jemand mir dazu geraten hat.

Und ich machte Bekanntschaft mit sechs wichtigen Feldern, die in der Selbständigkeit immer wichtig sind. Die in der nebenberuflichen Selbständigkeit darüber entscheiden können, ob Du erfolgreich bist oder nicht. Ob Du mit Energie und Freude durch die Zeit des Business-Aufbaus gehst oder nicht.

6 Erfolgs-Tipps für das nebenbei selbständig sein

Das Unternehmen „Selbständigkeit“ ist für die meisten Festangestellten nämlich ein riesiger Schritt. Es kommt massig viel Arbeit auf Dich zu. Und ganz häufig wirst Du nicht wissen, was Du wann tun sollst. Wenn dann noch die Kunden ausbleiben, wird aus der Selbständigkeit ganz schnell nur ein besseres Hobby. Und Du kommst nie in die Phase, dass Du aus Deinem Hobby ein wirkliches Business mit Geschäftsmodell, Kunden und Umsatz machst.

Durch die Doppelbelastung aus Hauptjob und der nebenberuflichen Selbständigkeit brauchst Du absolute Klarheit über Deine Zeit und Deine Prioritäten. Insbesondere in der Phase der Neugründung kommt es sonst schnell zu einem Zustand, den Du aus Deiner Festanstellung kennst und eigentlich vermeiden willst: Überlastung. Stress. Druck. Anspannung. Fehlende Freude. Schwindender Optimismus.

Und Du brauchst eine gute Kenntnis darüber, wie Du Dich selbst wieder stabilisieren kannst – wenn es nämlich doch mal zu viel geworden ist mit den zwei Jobs.

Folgende Tipps helfen Dir dabei, nebenbei selbständig zu sein – ohne auszubrennen.

Sorge gut für Dich

Erster und wichtigster Tipp ist, dass Du immer gut für Dich sorgst. Das hat einen ganz einfachen Grund. Wenn es Dir nicht gut geht, dann gibt es auch Dein Business nicht. Im Noch-Hauptjob gibt es die Lohnfortzahlung und das Krankengeld. Wenn Du nebenbei noch selbständig bist, hast Du das nicht. Also achte auf genügend Schlaf, gesunde Nahrung und viel Wasser. Reduziere Alkohol, Kaffee und sonstige Drogen ;-) Gehe regelmäßig raus in die Natur und tanke auf. Sitze nicht nur vor dem Schreibtisch. Baue regelmäßig Erholungspausen ein, wenn Du arbeitest. Dein Körper wird es Dir danken!

Finde Dein Warum

Warum machst Du den ganzen Spaß überhaupt? Es wäre doch viel einfacher, Du bleibst in Deiner gesicherten Festanstellung?! Was treibt Dich an, diesen Weg zu gehen? Was willst Du der Welt von Dir zeigen? Was möchtest Du in der Welt verändern? Was sind Deine Ideale dahinter? Mach Dir dazu Gedanken, am besten schriftlich. Und rufe Dir Deine individuellen Gründe immer wieder ins Gedächtnis. Mache Dir ein Vision Board, in dem Du Deine Vision vom (Berufs-)Leben bildlich festhältst. Du wirst merken, dass eine klare Vision Dir immer wieder die Kraft gibt, weiterzugehen und den nächsten Schritt zu tun.

Lege die Prioritäten fest

Ein Tag hat für jeden von uns 24 Stunden. Wenn Du schon nebenbei selbständig bist, dann weißt Du, wie wertvoll Zeit ist. Wenn Du den Wunsch hast, irgendwann vom Noch-Hauptjob in die volle Selbständigkeit zu wechseln und davon auch leben zu können, sollte Du dafür eine entsprechend hohe Priorität vergeben. Idealerweise steht Deine Selbständigkeit auf Platz 1 oder 2. Natürlich kannst Du auch daran arbeiten, wenn es Platz 4 oder 5 ist. Aber wenn alles andere davor kommt, dann wird es auch entsprechend länger dauern und die Gefahr des Scheiterns ist höher.

Ich weiß, es gibt im Leben Rahmenbedingungen, die uns unabänderlich erscheinen. Arbeitszeiten, Anfahrtswege, Versorgung der Kinder, Haushalt etc. Wenn Du aber einiges davon in Deinem Leben hast und nichts davon reduzierst, könnte es schwierig werden mit Deiner Selbständigkeit. Also schau einmal kritisch drauf, ob wirklich alles in Deinem Leben sein muss, was Du gerade erledigst. Wer könnte Dich (ggf. übergangsweise) unterstützen? Was könntest Du vielleicht outsourcen (Steuer, Haushalt, Gartenpflege etc.)? Auch wenn dies Geld kostet, sieh es als Invest in Dein Business. Damit setzt Du das Signal, dass Dir das wirklich wichtig ist, und gibst damit auch diese Energie in die Welt.

Finde und nutze Freiräume

Das bedeutet übrigens auch, dass Du Deine Zeiten effektiv nutzt. Ständiges Fernsehen oder belanglose Treffen mit Menschen, die Dich eh nicht verstehen, sollten überprüft werden. Schau genau hin, welche Tätigkeiten Du parallelisieren kannst. Podcast-Episoden zu den neuesten Marketing-Tipps im Auto, Social Media Marketing in der S-Bahn. Bestimmt fällt Dir noch mehr ein. Achte aber bitte auch darauf, dass Du auch Zeit nur für Dich hast, in der Du nicht arbeitest (siehe Punkt 1). Und mache in dieser Zeit auch wirklich nichts. Idealerweise bietet sich hier der Morgen an, wenn noch alles schläft. Was morgens der genialste Start in den Tag ist, verrate ich Dir in diesem Artikel.

Baue Dir ein Netzwerk auf

Verbinde Dich von Anfang an mit Menschen, die an gleicher Stelle stehen wie Du, und Menschen, die schon dort sind, wo Du hin willst. Fühle Dich ein in diese neue Welt. Sauge alles auf, was Du lernen kannst. Gib alles, was Du kannst. Und profitiere von den Power-Strategien anderer, die sich mit einem Thema schon länger auseinander setzen als Du. Wenn Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen willst, komm doch in meine Facebook-Gruppe. Hier tummeln sich Neugründer und Vollzeit-Selbständige in friedlicher Harmonie nebeneinander. Was uns eint? Der unbedingte Wille, ein erfolgreiches Business mit dem eigenen Wohlergehen in Balance zu bringen. Und das Verständnis darüber, dass das Leben immer nur eins ist (und Work-Life-Balance also eine Farce ist) – und dass Dir innere Balance dabei hilft, Deinen Weg erfolgreich und voller Freude zu gehen. Ich freue mich, wenn Du mit dazu kommst!

Schaffe Dir Erfolgserlebnisse 

Ganz häufig erlebe ich, dass bei Business-Start jemand monatelang (jahrelang) damit beschäftigt ist, seine Website zu entwickeln. In dieser Zeit gibt es kein Angebot, keine Kunden, keinen Umsatz. Strenggenommen bist Du dann auch nicht selbständig. Im Kopf wird die eigene Website als Startschuss in das eigene Business gesehen.

Und das ist falsch. Der Startschuss ist dann, wenn Du ihn Dir gibst.

Versteh mich nicht falsch: Deine Internetpräsenz ist wichtig. Aber ein Angebot, Kunden und Umsatz kannst Du auch ohne Website haben. Versteck Dich also nicht hinter Deiner Website, wenn es darum geht, Dein Angebot zu formulieren und zu verkaufen. Think big. Fühle Dich von Anfang an als Unternehmer*in.

Sobald Dein Businessmodell halbwegs steht, suche Dir sofort Kunden. Probiere aus, schärfe Dein Angebot und das, wofür Du stehst. Das alles vereinfacht es auch, Deine Website zu texten. Die Erstellung der eigenen Seite dauert nämlich oft so lange, weil keine Klarheit da ist, was Du eigentlich wem anbieten willst. Sobald Du Dein Angebot verkaufst (auch wenn es noch nicht ganz ausgereift ist), schaffst Du Dir damit Erfolgserlebnisse. Diese wiederum helfen Dir, bei der Stange zu bleiben – auch wenn es neben dem Hauptjob mal hart ist, dranzubleiben und weiterzumachen.

Investiere in Dich und Deinen Traum

Eine Sache möchte ich noch betonen, die ich selbst ebenfalls unterschätzt habe.

Selbständig sein kannst und musst Du lernen!

Es ist eine komplett andere Art des Arbeitens als in der Festanstellung. Auch in der Phase „dazwischen“, wo Du Dich mit zwei Jobs rumschlägst, schnupperst Du schon die neue Luft als Selbständige. Und das macht was mit Dir. Du beginnst Dich zu verändern.

Aber es dauert. Denn Du hängst noch mit einem Fuß in der alten Welt. Und der Fuß beeinflusst massiv Deine Gedanke. Auch und gerade über das, was kommt. Deine Nase zeigt schon in die Richtung der neuen Welt. Und Du merkst, auch wenn Du es Dir vielleicht nicht gleich eingestehst, dass Du in dieser neuen Welt eine neue Herangehensweise brauchst. Probleme aussitzen, weil sich schon irgendwer drum kümmern wird, funktioniert hier nicht mehr.

Als Selbständige – auch wenn Du nebenbei selbständig sein willst – brauchst Du 100 % Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Deswegen solltest Du von Anfang üben, genauso zu denken und zu handeln. Dies nenne ich, ein Unternehmer-Mindset zu entwickeln. Das hilft Dir übrigens auch in der Angestelltenwelt. Und in Deinem ganzen Leben. Denn es bedeutet, in die volle Eigenverantwortung zu gehen, Dir Dein Leben selbst zu kreieren und Dich aus Mechanismen zu befreien, die Dich behindern.

Das ist Selbstwirksamkeit pur!

Da so ein Unternehmer-Mindset nicht vom Himmel fällt bzw. trainiert werden muss, empfehle ich Dir: Suche Dir Begleitung durch einen erfahrenen Business Coach und Mentor. Damit wählst Du nicht nur die Abkürzung. Du sicherst Dein beginnendes Unternehmen auch ab. Du investierst und richtest Dich innerlich auf Erfolg aus. Damit gibst Du ein entsprechendes Signal ins Universum, welches belohnt werden wird.

Ein Sparringspartner ist in dieser Phase idealerweise immer für Dich erreichbar und sorgt für Struktur, sanfte Arschtritte und Verständnis. Er hilft Dir außerdem, Deine eigenen blockierenden Überzeugungen aufzudecken, zu transformieren und Dir nicht selbst im Weg zu stehen. Das ist übrigens nichts Schlimmes und geht uns allen ähnlich, wenn wir uns auf diesen Weg machen.

Welche Erfahrungen hast Du in Deiner nebenberuflichen Selbständigkeit gemacht? Schreib mal in die Kommentare, wie es Dir damit ergangen ist und wo gerade stehst. Ich freue mich :-)

(Photo by Christin Hume on Unsplash)