Claudia versteht sich als Botschafterin für Körperakzeptanz und Selbstliebe. Mittlerweile. Denn als wir uns das erste Mal in einem persönlichen Coaching kennenlernten, hatten noch ganz andere Dinge in ihrem überfüllten Marketing-Manager-Leben Priorität. Wie sie in Jogginghosen die Kontrolle über ihr Leben wiedergefunden und den Mut aufgebracht hat, ihre Aufgabe zu suchen und zu leben, erzählt sie dir hier selbst.

Ein Sonntagabend im April 2019 auf dem Sofa. Der im Februar zuvor verstorbene Karl Lagerfeld ist noch in aller Munde. So fällt mir spontan sein berühmt-berüchtigter Ausspruch „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ ein, während ich gerade bequem und völlig uneingeengt in meiner Jogginghose auf der Couch sitze und mich frage, was den guten Karl zum besagten Ausspruch bewegt hat, weil ich diesen Zustand auf lotterige Art und Weise großartig finde.

Ich komme gerade aus dem, was man gemeinhin eine Konzernkarriere oder Hamsterrad nennt oder – wie ich es immer betitelt hab – „Arbeit zieht Arbeit nach sich“. Mein Abschied im Büro ist gerade 48 Stunden alt und ich kann es noch immer nicht glauben, dass ich am morgigen Montag wirklich nicht ins Büro muss. Und auch übermorgen und den Tag danach (und so weiter) nicht.

From Hero to Zero – oder doch umgedreht?

Ich hatte nach fast 20 Jahren emsigen Berufslebens die ultimative Bremse reingehauen – vom Direktor-Titel auf null. Ich hatte meinen Job gekündigt, ohne einen anderen Arbeitsvertrag in Aussicht oder wenigstens eine glasklare Vorstellung davon zu haben, was ich zukünftig machen will.

Noch ein Jahr zuvor war eine solche Entscheidung so weit entfernt von mir, quasi ein anderes Universum. Ein Universum, so unvorstellbar entfernt wie die galaktischen Weiten von Star Wars, Star Trek und der „Alien“-Filmreihe zusammen – ich ohne den dauernden Kampf gegen die täglichen Herausforderungen der Projekte, die zehrende Menge des Workloads, die intellektuellen Anstrengungen, um den neuen Strukturen und Aufgaben gerecht zu werden und der sicheren Gewissheit, dass das alles so sein muss: Höher, schneller, weiter.

Hättest du mich in den Jahren davor gefragt, dann hätte ich dir gesagt, dass ich zwar sehr viel, dafür aber sehr gern arbeite, mit Leidenschaft eben und ja, oft auch über meine Leistungsgrenzen hinaus. Letztendlich habe ich auch ständig an mir gearbeitet und eine Herausforderung nach der anderen in Angriff genommen und gemeistert. Du ahnst es, die Selbstoptimierungs-Falle ist gut getarnt, sie hält Entwicklungsschritte, Erfolge und Endorphine ohne Ende bereit. So ablenkend wie Netflix, nur noch viel hinterhältiger.

Bis dann Anfang 2018 eine Herausforderung im Raum gestanden hatte, die ich nicht knacken konnte: Ich wollte mein Herzensprojekt umsetzen, einen Roman schreiben. „Kann ja nicht so schwer sein“, dachte ich mir, „Idee haben, Plott planen, Figuren entwickeln, Zeit zum Schreiben ansetzen, los geht’s“. Tat es aber nicht. Ich kam einfach nicht weiter und fragte mich, warum ich bei all den beruflichen Projekten, die ich unermüdlich abarbeitete, die Kraft oder auch nur den Anstoß für mein privates Thema einfach nicht finden konnte.

Manifestation für Anfänger

Was ich in meinem Journal damals noch als glücklichen Moment oder gute Planeten-, Karma- oder sonstige Konstellation bezeichnet habe (weil ich nicht sehen geschweige denn benennen konnte, was ich da erfolgreich getan hatte, um meine Situation nicht wieder – wie so einige Male in den Jahren davor – wegzudrücken), kann ich heute als Manifestation begreifen. Ich bin kein Vollprofi im Vermitteln von spirituellem Wissen, dieses Zitat eines unbekannten Verfassers gibt es aber gut und simple wieder:

Achte auf deine Gedanken, sie werden deine Worte.

Achte auf deine Worte, sie werden deine Handlungen.

Achte auf deine Handlungen, sie werden deine Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter, er wird zu deinem Schicksal.

Rückblickend war es nur konsequent, dass sich zu diesem Zeitpunkt meine lang verschüttete Intuition aus den Wackersteinen der Selbstsabotage ausgegraben und mir signalisiert hat, dass ich es wirklich bereuen würde, wenn ich dem Auslöser für diese Schreibblockade nicht nachginge. Denn ich hatte mich mit meinem Traum vom Buchprojekt für ein paar seltene Momente vom Außen, von den täglichen Anforderungen und der Routine, abgewendet und meiner inneren Stimme Aufmerksamkeit geschenkt, sodass Gedanken überhaupt Raum finden und zu Worten werden konnten.

Und ich bin froh, dass ich diesen Worten gefolgt bin und mir Unterstützung in Form eines Coachings bei Sandra geholt habe. Denn so konnte ich für meine Gedanken und Worte auch ausreichend Platz schaffen, konnte neue Handlungsweisen und daraus Gewohnheiten kultivieren und mich auf den Weg in ein erfüllendes Leben machen, von dessen Rahmenbedingungen ich zu Beginn der Reise noch gar keine Ahnung hatte.

Und so folgten auf Kündigung, Endspurt im Büro und Abschiedsfeier erstmal viel Zeit für mich und die Erkenntnis, dass ich in der Form, in der ich bisher gearbeitet hatte, nicht mehr in die Corporate-Welt zurückkehren könne. Ich, die ich noch im Moment der Kündigung den Sinn meiner Arbeit in der Konsumgüterindustrie als hinreichend bewertet hatte, wollte auf einmal mehr Substanz in meinem Leben haben.

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Sinnsuche mit Nebenwirkung: Selbstverwirklichung

Ich hätte nie gedacht, dass ich mein Thema so schnell finde. Ich ging noch im Frühjahr 2019 davon aus, dass ich dazu mindestens zwei entfernte Kontinente bereisen, mehrere neue Kreativtechniken lernen und ziemlich viele, neue inspirierende Menschen treffen muss. Aber nein, es waren zwei konkrete Impulse, die mir sagten, dass mein Thema seit meiner Jugend in mir und meinem Leben liegt. Einen ‚servierte‘ mir Sandra quasi nebenbei und den anderen erhielt ich im Gespräch mit einer ehemaligen Kollegin. „Nur Sprechenden kann geholfen werden.“ – mein Zusatz-Tipp an alle, die suchen und finden wollen: Sprich über Deine Gedanken und Pläne mit vielen Menschen. Durch das Reden und Erläutern bist du geradezu gezwungen, deine Ideen zu sortieren und durch- oder weiterzudenken. Und nebenbei gibt’s noch Zusatzideen und manchmal folgen darauf eben auch bahnbrechende Erleuchtungen.

Es geht um das Thema Übergewicht und Selbstliebe. Ein Thema, das mich rückblickend in meinem Leben schon so viel Energie und Freude gekostet hat und das ich nun ganz anders angegangen bin, nämlich mit Akzeptanz und Liebe. Denn Verbundenheit mit den eigenen Werten und Wünschen sowie die Erkenntnisse, wenn man einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Gefühlsleben und Essverhalten schafft, sind alles, was man braucht. Und siehe da, es stellen sich Veränderungen im Fühlen, Erleben und Handeln ein, die mega sind.

Heute helfe ich als Coach und Botschafterin für Körperakzeptanz und Selbstliebe Frauen, die ahnen, dass ihr Übergewicht nicht mit Diäten oder Sportprogrammen zu bekämpfen ist, ihre inneren Motive für ihr Übergewicht und Essverhalten zu erkennen und diese zu verändern. Ich fühle mich unglaublich erfüllt davon und bin dankbar, dass ich mit meinen Erfahrungen auf dem Weg, den ich bisher und besonders in 2019 gegangen bin, vielen anderen Frauen helfen kann, ein besseres Leben zu führen – mit schöneren und friedvolleren Gefühlen sich selbst gegenüber.

„Boah, richtig mutig!“

Egal, ob es darum ging, meinen Job zu kündigen oder mich außerhalb des herrschenden Schlankheitsideals als richtig und gut zu empfinden – ich kann dir nicht sagen, wie oft ich das Wort „mutig“ gehört habe. Es wurde mir quasi als Eigenschaft zugesprochen. Anfangs habe ich mich gefreut und das Lob wie einen Orden getragen, dass mich andere für meine Entscheidungen und Einstellungen anerkannten. Da war ich aber auch wieder schön im Außen unterwegs und außerdem – genießen konnte ich das sowieso nie richtig, denn dummerweise fühlte es sich für mich selbst nie mutig an.

Ich hab eine starke Blockade bemerkt – ich suchte mir nen Coach. Ich hab einen Mangel empfunden – ich suchte mir Zugang zu meinen Gefühlen, um zu lernen, was es war. Ich brauchte mehr Zeit für mich – ich hab gekündigt. Ich hatte Zeit für mich – und bekam über meine Werte und Ziele im Leben Zugang zu mehr Sinn, meinem Warum. Ich bin mit mir und meinem Leben im Reinen – ich akzeptiere mich innerlich wie äußerlich. Ich sehe meine starke Botschaft – ich hab mich selbständig gemacht.

Für mich war mein Handeln konsequent.

Und bevor das mit den „Mutig“-Orden weitergeht: bloß gut, dass du mein Zögern zwischen den einzelnen Schritten nicht sehen konntest. Natürlich hatte und habe ich immer wieder mit Zweifeln und Ängsten zu tun.

Ist Mut also doch nicht so wichtig?

Egal, wie wir es jetzt betiteln: Mut, Konsequenz, Verbundenheit mit sich selbst. Es braucht etwas, um den ersten Schritt zu tun, und dies betiteln wir meist gemeinhin als ‚Mut‘.

Wenn du mich also fragst, wie du den Mut finden kannst, dein Leben zu verändern, den entscheidenden Schritt zu wagen – für was auch immer gerade in deinem Leben ansteht, ist meine Antwort eine Frage: Von welchem Ort schaust du gerade auf dein Leben?

Wahrnehmung ist immer Kontrast

Meine Kündigung nach 14 Jahren Konzern für einen lebenslang Angestellten – mutig. Meine Körperakzeptanz für jemanden, der Schlankheitsideal-Follower ist – mutig. Meine Unternehmung für jemanden, der nie Selbständige im familiären Umfeld hatte – mutig.  Für mich waren das eben ‘nur‘ die jeweils nächsten Schritte.

Mach den nächsten kleinen Schritt

Du brauchst nicht eine Tonne Mut, es reichen ein paar Gramm. Mach dir klar, dass du von einem anderen Ort auf die anstehende Entscheidung schaust und geh deine Reise schrittweise an. Geh im Vertrauen los und es wird gelingen, Schritt für Schritt – Herausforderungen sind ebenso fließend. Alles ist im Fluss, alles ist veränderbar – und deine Einstellung und deine Gedanken bestimmen deine Zukunft.

Und so glaube ich fest daran, dass ich mein Schicksal und mein Leben in meiner Hand habe – auch oder gerade in Jogginghosen. Obwohl Bluse und Blazer nach einem Jahr Abstand von der Corporate-Welt ihren Uniform-Charakter für mich verloren haben, zieh ich dennoch gerne mal Jogginghosen an, wann immer ich das Gefühl unterstützen will, ganz bei mir zu sein. Und das auch noch völlig egal in welcher Konfektionsgröße!

<a href="https://claudiaschubert.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Claudia Schubert</a>

Claudia Schubert

Claudia ist Coach und Botschafterin für Körperakzeptanz und Selbstliebe. Nach 19 Jahren im Konzern entschied sie sich für eine Auszeit und wollte in der auch „ein für alle Mal“ abnehmen. Statt Sport und Diät fand sie dann Frieden mit sich und ihrem Gewicht. Heute hilft sie Frauen dabei, sich die inneren Motive für ihr Übergewicht anzuschauen und zu verändern. Wenn dir deine Konfektionsgröße nicht egal ist, dich dein Essverhalten immer wieder belastet und dich das alles vom freudvollen Leben abhält, dann ab in Claudias Facebook-Gruppe „Nie mehr Diät: frische Perspektiven auf Dein Gewicht“. Dort findest du neue Denkanstöße und offenen Austausch unter Frauen auf dem Weg zum Frieden mit ihrem Körper.

(Photo by Peter Conlan)

 

Dass wir uns um uns selbst kümmern müssen, wissen wir. Und dennoch – wir tun es so häufig nicht. Das eigene Leben besteht aus tausend Kleinigkeiten, die bedacht, sortiert und erledigt werden wollen. Und neben dem Job gibt es ja auch noch ein Leben, was Dinge von dir einfordert. Phasen des Stresses oder auch mal der Überlastung sind daher nichts Ungewöhnliches. Sie können passieren. Und du rettest dich selbst schon mal ein Stück davor, wenn du nichts Übermenschliches von dir erwartest.

Da es uns also immer mal „erwischen“ kann, ist es entscheidend, dass du eine gute Selbstfürsorge für dich findest. Neben Sport, frischer Luft & Co. empfehle ich jedem, sich eine spirituelle Praxis zu gestalten, die dich stärkt und mit deinem Inneren verbindet.

1) Was ist eine spirituelle Praxis?

Eine spirituelle Praxis entsteht durch deine Absicht, deine Intention. Entscheidend ist, dass du dir bewusst Zeit für dich nimmst und du offen dafür bist, dich mit dir und deinem Inneren zu beschäftigen. Es geht weniger um äußere Ziele, wie fit werden etc., sondern darum, Verbindung nach innen zu dir und deiner Seele aufzunehmen. Grundlage einer spirituellen Praxis ist, dass du dein Bewusstsein für dich und dein Leben erhöhst.

Mögliche Bestandteile einer spirituellen Praxis sind zum Beispiel:

2) Wie hilft dir eine spirituelle Praxis?

Diese Praxis hilft dir, wieder in Kontakt mit dir selbst zu treten. Du bist der Ausgangspunkt in deinem Leben. Je besser es dir geht, desto besser geht es deinem gesamten Umfeld. Du bereicherst und verbesserst jede Beziehung in deinem Leben, wenn du selbst geerdet und in guter Verbindung mit dir bist.

Im angespannten Alltag geht diese Kraft häufig verloren. Wir verlieren uns im Außen, können den Kontakt nach innen nicht mehr herstellen und fühlen uns entfremdet. Aus der Entfremdung heraus können wir aber nicht mehr so viel Gutes in die Welt bringen. Umso wichtiger ist es, die Nähe zu dir selbst wiederherzustellen. Und dafür darfst du dir Zeit für dich nehmen.

3) Wie läuft eine spirituelle Praxis ab?

Theoretisch kannst du zu jeder Zeit des Tages deine spirituelle Praxis abhalten. Besonders gut geeignet ist jedoch der Morgen. Die Nacht selbst stellt schon eine Art Meditation dar. Direkt nach dem Aufwachen bist du (hoffentlich!) ausgeruht, klar und noch frei von Fremdenergien. Wenn es dir gelingt, die Zeit nach dem Aufwachen für dich persönlich zu gestalten, sammelst du Kraft für den gesamten Tag.

Du brauchst dafür gar nicht besonders viel tun. Also, keine Angst, niemand erwartet von dir, dass du alle meine Vorschläge umsetzt und zukünftig 3 Stunden früher aufstehst. Anfangs reichen einige Minuten, die du dir so zusammen stellst, wie es für dich passend ist.

Du könntest zum Beispiel:

  • 5 Minuten Sonnengrüße praktizieren
  • 5 Minuten Meditieren
  • 5 Minuten in Deinem Journal schreiben (z. B. Morgenseiten, beschrieben in dem Buch von Julia Cameron)

Oder:

  • 20 Minuten im Wald Spazierengehen
  • 10 Minuten auf einer Parkbank Meditieren

Oder:

  • 10 Minuten ein spirituelles Buch lesen
  • 10 Minuten Yoga
  • 10 Minuten Meditation

(In diesem Artikel findest du dafür übrigens weitere Anregungen.)

4) Was das Besondere an einer spirituellen Praxis ist

Ganz ehrlich: Das bist du. Eine spirituelle Praxis ist der äußere Rahmen dafür, dass du bereits morgens feststellst, was für ein wundervoller Mensch du bist. Sie lädt dich ein, dich über die Zeit immer besser kennenzulernen, dir bewusst zu machen, wie du leben und auch nicht leben willst und daraus gestärkt Entscheidungen zu treffen. Die Verbindung zu dir ist das stärkste Band, was bestehen kann. Du bist der Mensch, mit dem du am meisten Zeit verbringst.

Wenn du dir erlaubst, ganz du zu sein, geschieht dies zum höchsten Wohle für unsere Welt.

Niemand braucht angepasste Menschen, die sich klein halten, und aus Angst um sich schlagen. Stattdessen brauchen wir den Menschen in dir, der stark, sicher und klar ist. Und um diesen Menschen wieder herauszuholen (denn ganz sicher ist er in dir), braucht es dein Bewusstsein und deine Fürsorge.

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5) Was dich vielleicht hindert

Meistens liegt es nicht daran, dass du nicht weißt, wie du Yoga machen könntest. Oder in den Wald gehen. Oder etwas anderes. Du WEISST, was du tun könntest. Aber du tust es nicht.

Und das hat einen ganz anderen Grund.

Was ist dein Liebling?

  • Andere Dinge sind wichtiger
  • Ich muss noch arbeiten
  • Mein Mann braucht mich
  • Es ist so kalt draußen
  • Ich starte morgen, da ist Montag
  • Ich schaffe es nicht, früher aufzustehen

Und so weiter.

Neben der Tatsache, dass gerade dein innerer Schweinehund das Ruder übernommen hat, bedeutet das aber eben auch noch etwas anderes. Wenn du selbst nicht oder nur wenig auf dich achtest, sagst du dir damit: Ich bin es mir selbst nicht wert.

Denn andere Dinge, Menschen, Situationen sind wichtiger als ich und die Dinge, die mir guttun. Und das ist übrigens ganz und gar „unspirituell“.

6) Erlaube es dir

Deswegen hat Spiritualität immer ganz viel damit zu tun, dass du dir selbst erlaubst, es dir wert zu sein. Du darfst und sollst bei dir ansetzen. In deinem Inneren nachschauen. Dir erlauben, die Schichten aus Verletzungen, Enttäuschungen und Ängsten nach und nach abzulegen, die dein Licht dimmen. Dir erlauben, deinen strahlenden Kern zum Vorschein zu bringen und mit deinem Licht in diese Welt zu leuchten.

Wäre das nicht wunderbar? Und falls du gerade noch nicht so recht weißt, wie du entspannt da ran gehen sollst, dann schau mal bei Sandra Liane Braun vorbei. Dort haben ich und einige andere Experten*innen unsere besten Gedanken und Ansätze gesammelt, damit du in stressigen Phasen gut für dich sorgen kannst.

Wenn ich dich dabei begleiten darf, deine Ganzheit zu sehen und zu verstehen, welch wundervoller Mensch du bist, dann vereinbare hier deinen persönlichen Termin. Ich freue mich auf dich! 🧡

(Photo by Marion Michelle)

Anna-Lenas Jahr begann mit einer depressiven Bekanntschaft und endete mit neuen Weiterbildungszielen. Wie ein Coaching eine innere Lawine auslöste und welche Erkenntnisse sie sammelte, zeigt ihr Jahresrückblick.

 

Kennst du das? Du liegst wach und kannst nicht schlafen, weil etwas in deinem Kopf kreist und noch thematisiert muss. Noch nie in meinem Leben habe ich einen Jahresrückblick geschrieben. Aber in dieser Nacht wollte er unbedingt auf Papier.

28.12.2018 – Das Datum schreit förmlich nach einem Jahresrückblick.

Von außen betrachtet, hat sich in diesem Jahr vermeintlich wenig bei mir verändert. Im Job und Privatleben scheint alles beim Alten geblieben zu sein. Innerlich sieht es dafür total anders aus. Hier war 2018 ein sehr aufwühlendes Jahr. Im Nachhinein frage ich mich, wie konnte ich ohne diese erlangten Erkenntnisse so alt werden? Wie konnte ich so blind und unwissend bislang durch mein Leben gehen? Kein Wunder, dass es sich in vielen Bereichen oft noch nicht rund anfühlte.

Aber wenn ich eines gelernt habe, dann: Alles kommt bekanntlich zum richtigen, zum passenden Zeitpunkt.

Wenn ich dem Jahr 2018 nachträglich eine Headline geben müsste, wäre es daher “Erkennen“.

Wir begegnen Menschen nie aus Zufall

Alles fing mit einer Begegnung aus dem Vorjahr an. Manchmal trifft man Menschen, die man kaum, aber gefühlt ewig kennt. Deren Seele einen berührt, auch wenn man es nicht logisch erklären kann. Ich kam in den Genuss, einer solchen tollen Seele berufsbedingt über den Weg zu fliegen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Leider sollte 2018 sich für diesen Menschen vorerst zur depressiven Hölle entwickeln und das eigene Dasein nur noch wenig wertvoll erscheinen. Die Themen Depressionen und Suizidgefahr mit all dem, was dahintersteckt, erhielten Einzug in mein Leben.

Jemanden, den man gern hat, leiden zu sehen, ist alles andere als schön. Depressive Phasen kannte ich aus meiner eigenen Jobkrise. Diese führte damals dazu, dass ich Architektenbüro gegen Flugberg tauschte. Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich also mein Gegenüber verstehen.

Ich muss doch irgendwie helfen‚, war daher mein vordergründiger Gedanke. ‚Ich kann zwar nichts groß tun, aber ich könnte zumindest da sein.‚, war meine zweite Motivation.

Denn nichts ist schlimmer, als sich allein gelassen zu fühlen. Aber all dies lag leider nicht in meiner Entscheidungsgewalt. Ich konnte nur entfernter Zuschauer sein.
Aber diese überaus nervenzerrende Situation setzte einen Prozess in Gang: Den des eigenen Erkennens!

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Vom roten Faden zum privaten Coach

Ich erkannte, dass mir solche Situationen oft im Leben passieren. Freunde, Bekannte und berufliche Kontakte, die meinen Blick von außen auf ihre Situation suchten, kamen zu mir. Völlig unbewusst und intuitiv wurde ich zum Gesprächspartner, Ratgeber oder Wegweiser.

Plötzlich sah ich all diese Situationen wie einen roten Faden vor mir.

Parallel dazu versuchte ich nach Wochen der Funkstille herauszufinden, wie es wohl besagter Seele ging. Die elementare Frage, ob jemand überhaupt noch am Leben ist, lässt dich ungewöhnliche Wege gehen. Intuitiv schrieb ich eine mir fremde Bekannte dieser Person an, eine Coachin. Wenn nicht so jemand empathisch ist und diese ungewöhnliche Situation versteht, wer dann?

Die Gesamtsituation setzte langsam etwas in mir in Bewegung. Und plötzlich war mir klar:

  • Ich möchte verstehen.
  • Ich möchte daraus lernen.
  • Ich möchte Menschen gezielt coachen können.
  • Ich möchte mich selber weiter entwickeln.
  • Ich möchte meine Fähigkeiten als Coach ausbauen.

Im Dschungel der Ausbildungsangebote zum Coach angekommen schwirrte mir der Kopf. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, erkannte ich: Hier muss ein Dschungelguide her!

Und hey, war da nicht neulich diese nette Person mit sympathischer Webseite?

So landete ich bei Sandra und meinem privaten Coaching…

Zwischen dem, was ich mir davon erhoffte, und dem, was ich in dieser kurzen Zeit erkannte, liegen Welten.
Eine ganze Lawine des Erkennens wurde während unserer gemeinsamen Sessions ausgelöst.

Endlich hatte das Kind einen Namen:

Von Hochsensiblen und Scannertypen

Neben fachlichen Themen kamen, schneller als ich gucken konnte, private Themen auf den Tisch.

So viele Jahre hatte ich das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht. Gedanken wie ‚Ich bin zu schwach, zu unbeständig, zu was auch immer, um den alten Bürojob so erfolgreich auszuhalten, wie Studienkollegen das können‚ bestimmten meinen Alltag.

Oder wie manch einer über mich sagt: ich sei zu zartbesaitet, zu emotional, zu dünnhäutig, zu sensibel. Ich denke und reflektiere zu viel und sei weniger selbstbewusst, als es auf den ersten Blick vermuten lässt.

Und ja, was soll ich sagen? Streicht man das bewertende Wort “zu“, stimmt es irgendwie. Das war zunächst eine harte Erkenntnis für mich.

Aber dank Sandra änderte sich mein Blickwinkel. Sie machte mir deutlich, dass diese Eigenschaften völlig in Ordnung und keineswegs falsch sind. Ich bin nur einfach nicht wie die breite Masse.

Ich durfte erkennen, dass ich zu den eher empathischen, hochsensibleren Menschen und zudem zu den Scannerpersönlichkeiten zähle, die selten einen schnurgeraden Lebenslauf haben. Das Kennenlernen dieser “Gruppen“ und deren Eigenschaften war wie eine Offenbarung für mich. Das Kind hat einen Namen und ich bin nicht die Einzige, die sich so getrieben fühlt.

Es hat unglaublich gutgetan, dies zu erkennen und sich in gewisser Weise zugehörig und verstanden zu fühlen. Mit dem Wissen, dass ich oft mehr oder auch anders fühle als der Durchschnitt, oft andere Bedürfnisse habe, wie zum Beispiel nach mehr Rückzugsraum, kann ich nun auch meine Reaktionen auf vieles besser verstehen und künftig angemessener agieren.

Vor mir tut sich interessantes Neuland – eine neue, authentischere Version von mir selbst auf.

Von Begegnungen und deren Spiegelfunktion

Weiterhin durfte ich erkennen, dass u.a. diese auslösende Seelenverstrickung, die mich nicht loslässt, mir den Spiegel zeigt. Ich habe viele eigene Punkte gesehen und erkannt, obwohl es nicht “meine Situation/ meine Krise“ war.

Diese Spiegelfunktion war mir bislang nicht bewusst, aber sie ist ein wichtiger Hinweis, sich an die eigene Nase zu packen, wie es so schön heißt.

Neben dieser Spiegelfunktion durfte ich hierbei noch etwas kennen lernen. Viele, vor allem weniger sensible Personen werden die Augen verdrehen, andere werden es verstehen: Es gibt Seelenbegegnungen. Seelen, die sich schon lange kennen. Seelen, die miteinander verbunden sind. Seelen, die trotz Distanz auf den Punkt spüren, wenn etwas nicht stimmt.

Ich glaube, dies ist mir widerfahren.

Auch wenn vermutlich nur ich es fühle (und das tue ich in der Regel eh stärker als der Gegenpart).
Auch wenn es leider im realen Alltag nicht mein persönlicher Held wird, diese Seele hat mich in kurzer Zeit tief blicken lassen und genau dafür liebe ich sie irgendwie dennoch.

Danke dafür!!

Ein zweiter wichtiger Spiegel wurde mir bewusst in Form eines guten Freundes, mit dem ich leider schon immer regelmäßig aneinandergerate. Warum das so ist, konnte ich lange nicht verstehen. Aber auch hier wurde mir mit dem Kennenlernen der Spiegelfunktion vieles gezeigt. Ich konnte vieles, wenn auch zum Teil auf schmerzliche Weise, über mich klarer sehen, wofür ich im Nachhinein mehr als dankbar bin.

Es wird sicher interessant, wie sich unser Kontakt und viele weitere mit meinem neuen Wissen über mich und dieses Spiegelprinzip entwickeln.

Zeit für ein Fazit

Es mag sicher Menschen in meinem Leben geben, die mir viele dieser Dinge im Vorfeld bereits sagen konnten. Aber man muss es bekanntlich selbst klar bekommen.

All diese Erkenntnisse über mich und diverse Zusammenhänge haben etwas in meinem Leben ins Rollen gebracht. Ähnlich wie eine Lawine, die nicht aufzuhalten ist. Zeitgleich fühle ich mich jedoch standhafter denn je.

Ich habe immer gespürt, dass da noch ‚mehr‘ in mir ist. Und ich bin froh, dass ich jetzt langsam aufwache und mich neu kennen lernen darf. Es ist ein wahnsinnig lehrreicher Prozess. Und ich bin gespannt auf das, was noch kommt.

Insofern war 2018 ein innerlich sehr bewegendes und aufwühlendes Jahr für mich, in dem alles plötzlich Sinn machte und zur richtigen Zeit kam, damit ich verstehe.

Dank Sandra habe ich auf diesem Weg nicht nur viel über mich gelernt und verstanden, sondern ich wurde in meinem Wesen und Weg bestärkt und konnte meine nächsten Schritte detaillieren.
ERWACHEN, ERKENNEN, VERTRAUEN UND ERMUTIGEN für das was kommt.

Ich freue mich auf 2019 und bin dankbar für alle lehrreichen Begegnungen und Erfahrungen, die kamen und kommen.

Anna-Lena

Anna-Lena ist studierte Landschaftsarchitektin und folgte während einer persönlichen Krise ihrem Herzen. Sie machte Hobby zum Beruf und arbeitet als Paragliding Fluglehrerin. Einem weiteren Herzensruf folgend macht sie derzeit parallel eine Ausbildung zum Coach, um Flugschüler und andere Menschen noch besser begleiten zu können.

(Photo by Leonardo Yip)

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Warum du unbedingt du selbst im Business sein solltest“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

 

Letztens traf ich meine beste Freundin aus Schulzeiten. Ganz spontan auf ein Glas Rotwein in unserer Heimatstadt. Die Zeit verging wie im Fluge, denn bei uns beiden war viel passiert und so brauchten wir etwas, bis wir die andere auf den neuesten Stand gebracht hatten. Meine Freundin erzählte von ihren zwei Kids, ihrem Mann und dem eigenen Haus. Ich erzählte von meinem Online-Business, meiner Yoga-Ausbildung und den letzten Dates. Merkst du was? Wir zwei haben komplett unterschiedliche Lebensrealitäten. Kind und Haus vs. Online-Business und Freiheit.

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